SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Besuch beim Spargelbauern

Was macht das Geheimnis eines guten Spargels aus? Ein fruchtbarer Boden, eine natürliche Anbauweise – und vor allem Liebe zu diesem wunderbaren Gewächs! Die Schlossallee hat die Spargelbauern Hilde und Martin Rankl in Peutenhausen besucht.

Vor 22 Jahren war Martin Rankl (58) der dritte Bauer im Dorf, der damit begonnen hatte, Spargel anzubauen. „Mei, Du hast doch ei- nen super Boden! Da muss doch Spargel rein!“, habe ein Nachbar zu Martin Rankl, dem „Michibauer“ von Peutenhausen, gesagt. Und „weil ich’s wissen wollte“, erinnert sich Rankl, begann er tatsächlich mit seiner Frau Hilde, Spargel anzubauen. „Den besten!“, meint er schmunzelnd, um gleich hinzu zu fügen, dass das ja jeder Spargelbauer von seinem Spargel sagen müsse. Peutenhausen ist, wie überhaupt dieses Gebiet rund um Schrobenhausen, mit einem fruchtbaren Boden gesegnet, in dem die kostbaren Stangen prächtig gedeihen. Sandig und nährstoffreich muss der Boden sein. Und wenn man Glück hat, spielt auch das Wetter mit. „Dampfig und warm“ mag es der Spargel, so wie das Wetter in der Regel zwischen Mitte April und Juni ist, dann, wenn der Spargel gestochen wird. Rankl: „Da wächst und schiebt er! Bis zu sechs Zentimeter innerhalb von 24 Stunden!“

Der Spargel von Hilde und Martin Rankl wird nicht nur gerne frisch vom Hof gekauft, die beiden sind auch Spargel-Lieferanten für den einen oder anderen Gastronomen der Region. Sie haben Stammkunden, die jedes Jahr von weit her fahren – bis vom Bodensee, um genau diese Stangen zu erwerben. Was macht den Spargel der Rankls so begehrt? Der Grund dafür zeigt sich ein paar Meter weiter. Es geht quer über den Hof, hinüber zum Stall. Hilde Rankl schiebt die Stalltüre zurück. In diesem Augenblick ertönt ein vielstimmiges, lautes Geblöke von etwa hundert Schafen! Den Schafmist, den sie hinterlassen, bringen die Rankls auf die Spargelfelder aus. „Einer der besten natürlichen Dünger!“, so Martin Rankl. Aus Respekt vor der Natur ist es ihm auch wichtig, dass der Spargel zur rechten Zeit gestochen wird. Auch wenn’s in diesem Jahr wegen des langen Winters etwas später geworden ist. Es käme Rankl n    icht in den Sinn, das Wachstum des Spargels zu beschleunigen. Folien braucht er nur, um die Spargel-Bifangs (so nennt man die kleinen Erdwälle, in denen die Stangen heranwachsen) nachts abzudecken.

„Aha, da kommt’s Köpferl raus!“

Wenn der Spargel gestochen wird, ist beim Spargelbauern Großkampfzeit. Auch bei den Rankls. Da treffen wieder die Erntehelfer aus Polen ein, die schon seit Jahren immer wieder auf den Hof kommen und genau wissen, worauf’s beim Spargelstechen ankommt. Vor allem auf ein gutes Auge und Fingerspitzengefühl.

Etwa 15 bis 20 Spargelstangen wachsen in der Regel aus einer einzigen Spargelstaude, die etwa 20 bis 30 Zentimeter unter dem Boden liegt. Solange der Spargel kein Sonnenlicht sieht, bleibt er weiß. Zeigt sich auf der Erdoberfläche des Bifangs ein kleiner Riss, erläutert Rankl; dann weiß der Spargelstecher: „Aha, da kommt’s Köpferl raus!“ Vorsichtig, mit zwei Fingern, beginnt er ein Loch zu graben, um die Stange schließlich mit einem Stecheisen stechen zu können. Jetzt wird das Loch wieder behutsam geschlossen, der Boden geglättet – bis sich bald wieder das nächste Köpfchen hervor schiebt und durch einen Riss auf der Erdoberfläche kenntlich macht. Bei dem raschen Wachstum der Stangen, und wenn auch noch die Sonne mitmacht, kann es sein, dass schon innerhalb weniger Stunden an derselben Stelle die nächsten Stangen gestochen werden können. Jeder Spargelstecher bekommt des- halb seine eigenen Reihen, die er stets genauestens im Blick haben muss. „Da geht man einmal am Vormittag raus und einmal am Nachmittag“, erzählt Hilde Rankl, „eine Knochenarbeit!“ Eine Mühe, bei der’s auch mal sein kann, dass der Erntekorb nur halb voll wird. Bei der aber auch von Herzen gelacht werden darf! So erzählt Martin Rankl, wie er einem seiner Erntehelfer schon mal eine Brille hingelegt habe, als der ein paar Stangen in seiner Rei- he übersehen hatte. Und weil das schließlich jedem passieren kann, auch ihm als Bauern, ließ die Revanche nicht lange auf sich warten. Auch ihm wurde eine Brille hingelegt – diesmal vom Erntehelfer. „Wir sind eine richtige Familie!“, meint Rankl und zeigt Fotos, wie alle nach getaner Arbeit fröhlich um den Tisch im Bauernhof sitzen.

Spargelgerichte in vielen Ausführungen

Was es da zu essen gibt? Natürlich Spargel! „Herrschaftszeiten, GK das ist ein Genuss!“, schwärmt Rankl, als wär’s das erste Mal, dass er ihn kostet. Ihm schmeckt der Spargel so am besten, wie ihn seine Frau Hilde zubereitet: als Spargelsalat, nur mit Essig, Öl und Salz angemacht. „Er muss ein paar Stunden durchgezogen sein!“, rät Hilde Rankl, „dann wird er zur Delikatesse!“ Spargelsuppe kommt bei ihr auch sehr oft auf den Tisch. Genauso wie „Spargel-Lasagne“, mit Bandnudeln, angerösteten Zwiebeln und Schinken – und darüber noch Sahne. „Spargel kann man auch, in Schinken eingerollt, wunderbar panieren!“, weiß Hilde Rankl. Auf diese Frage haben die Rankls schon gewartet – weil Journalisten danach immer fragen: Wie viel Spargel sie denn so in einer Saison ernten? Die beiden lachen, weil sie das nicht sagen können. Sie wiegen nämlich ihren geernteten Spargel nicht. Für sie gibt’s nur das eine Maß: „Heut‘ haben wir ein bisschen mehr gehabt, gestern ein bisschen weniger!“ „Was es gibt, das gibt’s!“, sagt Hilde Rankl verschmitzt. Dass einer bei den Rankls jedoch nicht zu seinem Spargel kommt, darf getrost ausgeschlossen werden!

Informationen:

Im Hofladen von Hlde und Martin Rankl gibt es nicht nur Spargel, sondern auch andere Produkte vom Bauernhof:
Hörzauser Straße 10
86565 Peutenhausen

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