SchlossMagazin

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Das 1 x 1 des Sonnenschutzes

fss02.01f-seafolly-f-s-15-key-trend-art-attack-highres-BikiniProf. Jürgen Lademann, Leiter des Bereichs „Experimentelle und angewandte Physiologie der Haut“ an der Charité Berlin erklärt, weshalb die Haut sich nur langsam an die Herausforderungen der Sonnenstrahlung gewöhnt. Zur Vermeidung von Sonnenbrand spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle. Hierbei geht es aber nicht um eine längere Gewöhnungszeit, sondern um die „zeitliche Begrenzung“ des Aufenthalts in der Sonne, um Hautschäden und Hautkrebs vorzubeugen.

Die Sonne hat für die meisten Menschen etwas sehr Verlockendes. Aber die Haut braucht Zeit, um sich auf den Umgang mit der Sonnenstrahlung einzustellen. Wer sich über Wochen vornehmlich in geschlossenen Räumen aufgehalten hat und nun plötzlich die Freiluftsaison eröffnet, sich Mittags in die Sonne setzt, für Stunden draußen aktiv ist oder von heute auf morgen in den sonnigen Urlaub startet, sollte bedenken, dass die Haut sich auf die „strahlenden Herausforderungen“ einstellen muss. Die menschliche Haut besitzt eigene Mechanismen, um sich und den Organismus vor UV-Strahlung zu schützen. Der Eigenschutzmechanismus Nummer eins der Haut liegt in den Pigmentzellen (Melanozyten) unter der Hornhaut. Hier wird der Hautfarbstoff Melanin gebildet, der die begehrte Bräune hervorruft. Der Prozess der Neubildung von Pigmenten und der Transport in höher gelegene Epithelschichten gehen jedoch nur langsam vor sich. Der Farbstoff wird erst nach etwa zwei bis vier Tagen an der Hautoberfläche sichtbar. Durch die Bräunung der Haut sollen die darunterliegenden Hautschichten und vor allem die DNA der Zellkerne geschützt werden. Erster Sonnengenuss sollte also möglichst in kleinen, zeitlich begrenzten Portionen, maximal 30 Minuten, stattfinden. Wer sich gleich zu Beginn der Freiluftsaison einen Sonnenbrand „einfängt“, tut seiner Haut keinen Gefallen.

Sonnenbrand ist eine schmerzhafte Zerstörung der Haut, die nicht nur an der Hautoberfläche sichtbar wird, sondern auch weiterreichende, bis in die tieferen Hautschichten gehende Prozesse zur Folge haben kann. Dazu gehören nicht nur die typischen Erscheinungen einer frühen Hautalterung und eventuelle Entzün- dungsreaktionen, sondern auch die Reduzierung der Immunabwehr des Körpers. Wir nennen das Immunsuppression. Nach zu intensivem Sonnengenuss gelangt das System in Aufruhr, die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Keime funktionieren dann nicht reibungslos, es kann zu Fieber, Erkältungen und anderen Infektionserkrankungen kommen, unter anderem auch deshalb, weil Zellen durch die Sonnenstrahlung geschädigt wurden“, so erklärt Prof. Lademann.

Zu den wirksamen Maßnahmen des Sonnenschutzes gehört neben angemessener Kleidung und dem Meiden der Mittagssonne auch die Verwendung von Sonnenschutzcremes. Aber: „Aufgrund der verfügbaren sehr wirksamen Sonnenschutzmittel verlängert sich die mögliche Aufenthaltsdauer im Freien, je nach Hauttyp und Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels. Damit tritt das Alarmsignal „Sonnenbrand“, eben die sichtbare Schädigung der Haut, aber auch erst später ein“, so der Experte Prof. Lademann. Bis zu diesem Zeitpunkt kann es durchaus sein, dass die UV- sowie auch die Infrarot-Strahlung der Sonne schon eine kritische Dosis überstiegen und dadurch ausgelöst freie Radikale aktiviert hat, die zu Zellschädigungen führen können. In der Wissenschaft beschäftigt man sich zunehmend mit der Frage der „Kritischen-Radikal- Konzentration“.

Es ist wichtig, sich „richtig“ einzucremen; manche Körperstellen werden dabei oft vernachlässigt. Sinnvoll ist es auch, wenn Menschen, die sich viel in der Sonne aufhalten, ob beim Sport, bei der Arbeit oder im Urlaub, sich einen groben Überblick verschaffen, wieviel „Sonnen-Expositions-Stunden“ sie im Laufe eines Monats ihrer Haut schon angetan haben, denn die Haut vergisst „Sonnenstrapazen“ nicht und nach 10 oder 15 Jahren können frühere Schädigungen sich durch Hautkrebserkrankungen zeigen.

Quelle:www.haut.de

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