SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Der Wörthsee: Ein Kleinod – beliebt und belebt

Seinen Namen verdankt der See der Insel, die in seiner Mitte aufragt. Er gilt als einer saubersten Badeseen Bayerns, was ihn auch zu einer beliebten Angelregion macht. Früher von bäuerlicher Landwirtschaft, Fischerei und Jagd geprägt, haben die Orte rund um den Wörthsee mittlerweile – nicht zuletzt durch die Anbindung an die S-Bahn – große touristische Bedeutung erlangt.

Wörthsee-@Grundlerhof_Start_HG1_WEBVorwiegend in der warmen Jahreszeit tummeln sich rund um den Wörthsee Erholungssuchende aus nah und fern, liegt der See doch im Einzugsgebiet von München und in einer der schönsten Regionen Bayerns, die alljährlich viele Gäste anzieht. Hier haben sich auch zahlreiche Pendler niedergelassen. Der Boom begann 1903 mit der Eröffnung der Lokalbahn Pasing – Herrsching, wodurch sich vor allem der Ort Steinebach fast vollständig weg vom Bauerndorf hin zum Ausflugsziel und bevorzugten Wohnort für auswärtig Beschäftigte wandelte. Mit nur 14 Meter durchschnittlicher Tiefe erwärmt sich der rund 4,4 km² große, idyllische Wörthsee sehr schnell und zieht Badegäste daher früher an als der nahe Ammersee. Auch bei Seglern und zum Bootfahren oder Tauchen ist der See beliebt. Der Segler Verein Wörthsee veranstaltet Regatten in verschiedenen Klassen. Aber auch im Winter hat der SVW, wenn der See zugefroren ist, Saison. Seit 1970 wurden hin und wieder sogar Europa-Meisterschaften der Eissegler auf dem Wörthsee ausgetragen. Das Seewasser ist von guter Qualität und nur schwach von Nährstoffen belastet, obwohl der See nur einen langsamen Wasseraustausch hat – das favorisiert den Wörthsee besonders bei Fischern und Anglern (Gastkarten zum Fischen gibt es für die Zeit von Mai bis Oktober Oktober). Es dauert etwa acht Jahre, bis sich das Seewasser vollständig erneuert hat. Überwiegend fließt dem Wörthsee Grundwasser zu, was seine geringen Wasserstandsschwankungen erklärt.

Wörthsee-frozen-woerthsee-bavaria1@richard-alois_WEBWas vielen nicht bewusst ist: Der See und seine anliegenden Orte können auf eine lange und spannende Geschichte zurückblicken. Die Gegend um den Wörthsee wurde von den Gletscherströmen der Eiszeit geformt. Der See selbst, dessen Name von der rund 12 ha großen Insel „Wörth“ (das mittelhochdeutsche „Werth“ bedeutet Insel) herrührt, wurde durch den Aufstau von Schmelzwassern des Ammergletschers gebildet, der in der Würm- und Rißkaltzeit entstanden war und vor ca. 40.000 Jahren zu schmelzen begann. Aktuelle mikrobiologische Analysen haben ergeben, dass das Gebiet von Wörthsee schon 2.000 bis 3.000 Jahre v. Chr. von Jägern, Fischern und Bauern besiedelt war. Durch die Funde von Hügelgräbern lassen sich Siedlungsspuren bis um 1.500 v. Chr. zurückverfolgen. Nach der zwischenzeitlichen Besiedlung durch Kelten, Römer und Bajuwaren wird als erster Ortsteil Etterschlag zwischen 805 und 809 n. Chr. schriftlich erwähnt. Historischen Aufzeichnungen zufolge hatte sich um den Wörthsee schon früh der Adel die Besitzrechte gesichert, gefolgt von Klöstern und schließlich wohlhabenden Münchner Bürgergeschlechtern. Mit der Abschaffung der Grundherrschaft 1848 änderten sich die Besitzstrukturen in der Region grundlegend.

Der Ortsteil Auing wurde Ende des vorigen Jahrhunderts durch aufsehenerregende Ausgrabungen von Reihengräbern aus agilolfingischer Zeit (6. bis 8. Jahrhundert) beim „Hasenbühel“ bekannt. Ganz besonderes Interesse der Fachwelt fand die Entdeckung einer bronzenen Pressblechscheibe mit einem stilisierten Männerkopf – möglicherweise der frühesten Christusdarstellung nördlich der Alpen. Die sehenswerteste Kirche im Gemeindegebiet hat Steinebach mit der spätmittelalterlichen, um 1735 barockisierten Kirche St. Martin aufzuweisen. Die damals mit Fresken – vermutlich von Joh. G. Sang – ausgemalte Kirche ist ein schönes Beispiel für den ländlichen Barock in Oberbayern.

Im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre entstand die Gemeinde Wörthsee mit derzeit rund 5.000 Einwohnern am Nordufer des Sees. Sie ist aus den Dorfgemeinden Etterschlag mit Walchstadt, Schluifeld und Waldbrunn sowie Steinebach mit Auing gebildet worden. Das Gemeindewappen ziert ein blauer Fisch über einem wellenförmigen Balken, darunter eine rote Rose, alles auf silbernem Grund. Diese Elemente symbolisieren das Verschmelzen der bis 1972 selbstständigen Gemeinden Etterschlag und Steinebach zu einer Wörthseegemeinde. Steinebach war jahrhundertelang Bestandteil der Herrschaft Seefeld der Grafen Toerring. Deshalb wurde für das Wappen der neuen Gemeinde eine rote heraldische Rose aus dem Wappen der Grafen Toerring gewählt. Die Zugehörigkeit Etterschlags zum herzoglichen Landgericht Weilheim wurde durch die Verwendung der Farben Silber und Blau im oberen Teil des Gemeindewappens gewürdigt. Für den namengebenden Wörthsee stehen der blaue Wellenbalken und der Fisch.

Quellen: Gemeindebroschüre Wörthsee, ammersee-region.de, wikipedia

 

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Die Wörthsee-Gondel
Venedig-Feeling für Hochzeiter und Romantiker

Vom Strandrestaurant Raabe am See in Steinebach aus können Verliebte und Romantiker mit einer echten Venezianischen Gondel samt stilecht gekleidetem Gondoliere in See stechen und zwar von Ende März bis Ende Oktober. Ingo Stahl aus Bachern startete 2005 mit seiner ersten Gondel Baujahr 1993, die er einem venezianischen Kollegen abgekauft hatte, seinen Gondelservice Gondola Viagiaante auf dem Wörthsee. Jetzt fährt er auch auf dem Mittelkanal im Schlosspark von Nymphenburg und sein Partner Maximilian Koch übernimmt die Gondelfahrten auf dem Wörthsee. Der ausgebildete Gondoliere Ingo Stahl pflegt seine Gondel und die Voga alla veneta – die besondere venezianische Rudertechnik – aus begeisterter Liebe zu Venedig, seinen Kanälen und dem blauen Wasser der Lagune. Er sieht in seiner „Gondola Viaggiante“ die Verpflichtung zur Wahrung dieser Tradition und will auch andere an ihrer Faszination teilhaben lassen. Mieten lässt sich die Gondel in den warmen Monaten für Hochzeiten und andere besondere Anlässe, auch für romantische nacht- und Mondscheinfahrten. Ingo Stahl bildet übrigens auch junge Kollegen aus.

Informationen www.gondola-viaggiante.de
www.gondel-nymphenburg.de

 

Fotos: wohnungssucheinwörthsee, Gundlerhof, H.R. Schulz, Richard Alois

 

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