SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Die grüne Stadt

Zukunft beginnt dort, wo alles dafür getan wird, dass unser Lebensumfeld und unsere Natur bewahrt und gepflegt werden. In Augsburg hat die Zukunft als Umweltstadt bereits begonnen. Mit großen Schritten wird sie fortgeführt. Reich ist der Schatz an Ressourcen.

Zukunft Knoller przewalskipferde_2Ein herrlicher Frühlingstag! Wohin könnte man einen Gast führen, der Przewalskipferdezum ersten Mal in Augsburg ist? In den Goldenen Saal, in die Fuggerei und in den Dom – versteht sich! Nicolas Liebig, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands, würde Augsburg noch von einer weiteren Glanzseite zeigen: Als eine Stadt, die reich an Naturschätzen ist. Er würde seinen Gast hinaus in die Königsbrunner Heide führen, zu einem Spaziergang entlang der klaren Bachläufe. Die beiden würden bei den Przewalski-Pferden stehen bleiben, und Liebig würde davon erzählen, wie diese Wildpferde in ihrer historisch angestammten Umgebung durch Zucht wieder angesiedelt und vor dem Aussterben gerettet wurden. Und wie diese Pferde, genau wie die ebenfalls hier angesiedelten Rothirsche, dabei helfen, dass die lichten Wald- und Heidestrukturen mit ihrer Artenvielfalt erhalten werden.

Auch wenn dieses Weideprojekt nur ein Mosaikstein ist, so wird daran deutlich: Zukunft ist dort, wo alles dafür getan wird, dass das Lebensumfeld und die Natur mit ihren Ressourcen bewahrt und nutzbar gemacht werden. In Augsburg lassen sich unzählige solcher Mosaiksteine zu einem Bild zusammenfügen, das die Stadt als Umweltstadt ersten Ranges auszeichnet.

Superlative in Natur und Umwelt

lechauenSchießplatzheideAugsburg kann sich einiger Superlative rühmen: So ist der Stadtwald Augsburg mit seinen 22 km² eines der größten und mit über 3000 Tier- und Pflanzenarten auch eines der artenreichsten Naturschutzgebiete Bayerns. Die natürlichen Kiefernwälder im Stadtwald gehören zu den letzten ihrer Art am bayerischen Lech. „Die sind extrem selten“, meint Nicolas Liebig stolz. Bemerkenswert sei auch, dass ein Viertel des Augsburger Stadtgebiets aus Natur besteht, darunter sowohl Naturschutz-, als auch Landschaftsschutzgebiete. „Es gibt nicht viele Städte, die das von sich sagen können“, so Nicolas Liebig. Im Stadtwald Augsburg sprießt mit seinen 400.000 Exemplaren der weltweit größte Bestand der Sumpfgladiole. Diese Pflanzenart liebt die Kiefernwälder und Heiden, die so typisch für diese bayerische Lechlandschaft sind. Seit jeher – bis heute – trieben Wanderschäfer ihre Herden ins Lechtal. Naturschutzgebiete finden sich auch in der Firnhaberheide, eine Augenweide insbesondere im Sommer, wenn dort seltene Pflanzen, z. B. die Kugelblume, blühen. Begibt man sich ein Stück weiter nach Norden, kommt schon ein nächstes Kleinod, ein schmaler Auwaldgürtel, der sich östlich des Lechs vom Europaweiher bis an die nördliche Stadtgrenze Augsburgs zieht. Hier wachsen Hummelragwurz und Kreuzenzian. Und wer einen „Urwald mitten in der Stadt“ erleben möchte, findet diesen in der Wolfzahnau, dort, wo Lech und Wertach zusammenfließen.

Lebensader Lech

lechLechUnd überall plätschert und sprudelt es. Stolz über seinen großen Wasserreichtum, die schon früh ausgefeilte Wassertechnik und eine 600 Jahre alte Geschichte des Trinkwassers, bewirbt sich Augsburg fürs UNESCO Welterbe. Aus dem Stadtwald Augsburg wird hochwertiges Trinkwasser gewonnen. Bemerkenswert auch die nährstoff- und sauerstoffreichen „Gießer“, die so genannten Quellbäche südlich von Haunstetten. Mit dem Lech, der Wertach und der Singold, den vielen Bächen und Kanälen – allein 170 km Fließgewässer – ist die Stadt reich beschenkt. „Alle erfolgreichen Städte lieben ihren Fluss“, spricht Nicolas Liebig über die Lebensader Lech. „Augsburg hat ihm so viel zu verdanken, sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell.“ Dass Schätze wie diese gehegt und gepflegt, aber auch bekannt gemacht werden, dafür setzt sich der Landschaftspflegeverband ein. Mit größtem Erfolg! Allein im Jahr 2012 hat er sechs Umweltpreise bekommen – einen jeden für ein anderes Projekt. Der wichtigste Preis, so Liebig, war der Deutsche Naturschutzpreis.

Das KUMAS – gebündelte Umweltkompetenz

Um die Vision von der Umweltstadt Augsburg Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es viele, die daran glauben. Und viele, die in einem Netzwerk daran mitarbeiten. So ein Netzwerk ist das KUMAS, das „Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg Schwaben“, gegründet im Jahr 1998. Entstanden ist dieses im Zuge des Umzugs des Landesamts für Umweltschutz (LfU) von München nach Augsburg (1999). Ziel auch der bayerischen Landesregierung war es, hier in dieser Region die Umweltkompetenz zu bündeln. Im KUMAS sind derzeit rund 200 Partner aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung, Lehre, Bildung und Wirtschaft zusammengeschlossen. Nicht nur aus Augsburg-Schwaben, sondern aus ganz Bayern. Das Kompetenzzentrum unterstützt nicht nur Existenzgründer, sondern fördert auch bestehende Unternehmen, was Umweltfragen betrifft.

Zukunftsvision Kumas Nieborowsky DSC_0176KumasEin Besuch bei Thomas Nieborowsky, dem KUMAS-Geschäftsführer. Als eine der großen, gegenwärtigen Herausforderungen nennt er die Frage nach der „Energieeffizienz“. Wie könne eine Energieversorgung sichergestellt werden, die nicht von Schwankungen abhängig ist? „Das muss kostengünstig und natürlich umweltverträglich passieren“, so Nieborowsky. Umwelttechnische und betriebswirtschaftliche Aspekte müssen miteinander verknüpft werden. Während der Umweltschutz früher den Nimbus gehabt habe, unwirtschaftlich zu sein, nutzen umweltkompetente Unternehmen heute ihre Chancen. Nieborowsky: „Wenn ich Ressourcen einspare, dann habe ich Standortsicherheit.“ Ein weiterer Vorteil sei das Know-how, das durch das Unternehmen gelegt und durch das KUMAS-Netzwerk weiter entwickelt werden könne – etwa durch Fachkongresse wie die „Bayerischen Emissionsschutztage“, die „Bayerischen Wassertage“ oder zum Thema „Ökomanagement“.

Die Zukunft als Umweltstadt hat in Augsburg also schon längst begonnen? Der KUMAS-Geschäftsführer ist sich da ganz sicher: „Wir können schon behaupten, dass wir in und um Augsburg sowohl Anwender von Umwelttechnologie haben, als auch die Anbieter dazu, die genau dieses Know-how anbieten, die die Anlagen dazu herstellen und liefern. Wir haben hier eine relativ hohe Dichte, die schon eine Besonderheit darstellt.“

Vision Innovationspark

Ressourceneffizienz – dieses Stichwort fällt auch, wenn es um ein weiteres ehrgeiziges Objekt geht, das bisher jedoch noch nicht über die Planungsphase hinaus ist: der Innovationspark. Er soll im Süden der Stadt Augsburg, zwischen Universität und B 17 als einer der größten seiner Art in Europa entstehen. Hier sollen künftig Technologien zum sparsamen Umgang mit Ressourcen erforscht, entwickelt und entsprechende Produkte aus Faserverbundstoffen produziert werden. Das Gebäude des Fraunhofer-Instituts ist bereits fertig, genauso das des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ein guter Anfang.

Ein kurzer Blick noch auf die Universität selbst. Unverzichtbar ist die Forschung, wenn es um Umweltfragen geht. Eine wichtige Aufgabe hat dabei das Wissenschaftszentrum Umwelt an der Universität mit seinem wissenschaftlichen Leiter Dr. Jens Soentgen. An diesem Zentrum wirken mehrere Disziplinen zusammen. Als das zurzeit aktuellste interdisziplinäres Projekt nennt Soentgen das Lechprojekt: „Wir wollen das Bewusstsein für den Lech in der Stadt hervorheben. Welche Natur wollen wir? Welche wollen wir nicht?“

Stadtwerke setzen auf regenerative Energie

hochablassHochablassEhrgeizige Ziele verfolgen auch die Stadtwerke Augsburg: Bis zum Jahr 2014 sollen alle Augsburger Haushalte mit ökologischer Energie aus regenerativen Quellen oder Kraftwärmekopplung in eigenen Anlagen versorgt werden. Bis 2017 sollen alle Straßenbahnen im Öffentlichen Nahverkehr der Stadtwerke mit regenerativ erzeugtem Strom fahren. Dafür werden noch in diesem Jahr für 9,1 Millionen Euro in Kraasa bei Altenburg, südlich von Leipzig, zwei neue Windkraftanlagen gebaut und ans Netz gehen. Dies ist neben dem im Bau befindlichen Wasserkraftwerk am Hochablasswehr im Lech das zweite Projekt zur Erzeugung regenerativer Energie.

Klima schützen, Ressourcen schonen und die regenerative Energieerzeugung ausbauen; auf diesen Feldern sind die Stadtwerke jedoch schon längst aktiv. Nur einige Beispiele: Schon heute stammen rund 30 Prozent des Stroms der Stadtwerke Augsburg im swa-Strommix aus regenerativen Quellen – das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 20 Prozent. Höchste Umweltstandards gelten auch beim Trinkwasser: Ist das Trinkwasser der Stadtwerke sowieso schon ein naturbelassenes Lebensmittel höchster Qualität, so wird für die Gewinnung von „swa Trinkwasser Regenio“ Strom aus 100 Prozent Wasserkraft eingesetzt. Zukunftsfähig auch der Nahverkehr. Seit Jahren schon fahren die Busflotte und der gesamte Fahrzeugpark der swa umweltschonend mit Erdgas.

Augsburg als Umweltstadt befindet sich also auf voller Fahrt – hinein in eine grüne Zukunft!

Text: Gerlinde Knoller

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