SchlossMagazin

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Die Stadt von morgen

Im Jahr 2030 wird es eine ganz neue Stadtkultur geben – unsere Innenstädte werden zu Wohnzimmern. Zur Heimat, zur Bühne, zum Laufsteg und zum Identifikationsort. Mit dem größten Umbauprojekt seit Jahrzehnten rüstet sich Augsburg für diese Zukunft.

Wie sieht die Stadt von morgen aus? Sie wird ein anderes Gesicht haben. Wir sind schon mittendrin in einem Megatrend, der sich über mehrere Generationen erstreckt. Schätzungen zufolge wird die Einwohnerzahl Augsburgs von jetzt rund 271.000 Einwohnern auf 280.000 im Jahr 2030 ansteigen. Es geht um Menschen, die hier in der Stadt wohnen, arbeiten, ihre Freizeit, ja ihr ganzes Lebensumfeld gestalten wollen. Und zwar quer durch die Generationen.

Die Innenstadt wird Wohnzimmer

g2-annastrasse 110208AnnastraßeNeue Entwicklungen brauchen neue Antworten, Visionen für die Zukunft. Mit dem „projekt augsburg city“ hat diese Zukunft schon begonnen. Beim Stichwort „projekt augsburg city“ fallen einem gewiss zunächst Begriffe wie „Mobilitätsdrehscheibe“, „Neuer Königsplatz“ und die Umgestaltung der Innenstadt ein. Vor allem die vielen Bau- stellen, das neue Pflaster in der Fußgängerzone und die veränderten Verkehrsführungen. Dieses Zukunftsprojekt der Stadtentwicklung aber greift wesentlich weiter: Es geht um eine ganz neue Stadtkultur für die Zukunft, die auf die Bedürfnisse der Menschen von heute und morgen antwortet. Viele gibt es, die bei diesem Zukunftsprojekt mitdenken, mitplanen und agieren. Hauptakteure von „projekt augsburg city“ sind die Stadt und die Stadtwerke. Wohin gehen die urbanen Trends, auf die dieses größte Umbauprojekt seit Jahrzehnten in Augsburg antwortet?

Der Mensch von heute macht es sich gerne schön. Er liebt es, sich sein Lebensumfeld zu gestalten. Das gilt nicht nur für die eigenen vier Wände, sondern auch für die die öffentlichen Räume und Plätze. Die Innenstadt wird in Zukunft mehr und mehr als „Wohnzimmer“ genutzt werden – als Heimat, als Bühne, als Laufsteg oder zentraler Identifikationsort. Zum Shoppen, zum Genuss von Kultur oder zum Erholen.

Öffentliche Plätze werden aufgewertet

elias holl platz vorentwurfElias Holl PlatzInteressant für die Augsburger selbst, für die Händler und Kunden, aber auch für die Touristen, Hier, in der Innenstadt, entstehen die „Third Places“, wo man sich künftig auch trifft, Besprechungen miteinander vereinbart oder dank der modernen Kommunikationsmittel miteinander kommuniziert. Zentrales Anliegen von „projekt augsburg city“ ist deshalb die Rückgewinnung und Aufwertung der öffentlichen Plätze. So ein Platz soll der neu gestaltete KöPark werden. Durch die neue Verkehrsführung am autofreien Königsplatz ist eine neue Fläche entstanden. Sie erlaubt nicht nur, dass man künftig autofrei vom Umsteigedreieck bequem in die Einkaufsinnenstadt flanieren kann. Der Park selbst, für den Bäume gepflanzt und Ruhebänke eingerichtet werden, soll zu einer grünen Oase werden, wo man sich gerne aufhält – lichter, bunter und weitläufiger als bisher. Zwischen Königsplatz und Stadttheater in der Fuggerstraße soll durch die Schaffung einer Allee ein grüner Boulevard entstehen.

Aufgewertet wird auch der Elias-Holl-Platz hinter dem Rathaus. Mit einer Freitreppe zur Rathausterrasse hin wird er in Zukunft ein hochwertiges Erscheinungsbild hergeben – ideal als vielfach nutzbarer Veranstaltungsplatz, oder einfach nur als Ort der Ruhe im Herzen der Stadt. Eine Menge hat sich inzwischen auch schon in der Fußgängerzone getan, die sich in den nächsten Monaten rasch weiter entwickeln wird. In der Maximilianstraße sind bereits attraktive Flanier- und Verweilzonen geschaffen worden. Imposant die verbreiterten Gehwege auf beiden Straßenseiten mit neuem Belag. Gerne sitzt man hier auch draußen, in einem der vielen Cafés oder Bars, die Außengastronomie anbieten. Mediterranes Lebensgefühl herrscht hier in der Augsburger Innenstadt an warmen Sommertagen, wenn alles Leben sich nach draußen verlagert.

Eine Stadt für Jung und Alt

g2-fuggerplatz 110208FuggerplatzFür Familien mit Kindern, für junge Leute, genauso aber für die Semester aus der „Silver Society“ soll die Stadt der Zukunft attraktiv sein. Sie sollen gerne hierher kommen und sich hier auch bequem aufhalten. Mit dem neuen, durchgängigen Bodenbelag in der Fußgängerzone wurde eine innovative, optische Einheit geschaffen – die auch noch mit Kinderwagen oder Rollator gut begehbar ist. Aufgelockert wird die Fußgängerzone durch weitere Akzente. Der Fugger- aber auch der Welserplatz mit seinem neu gepflanzten Blauglockenbaum haben bereits eine Aufwertung erfahren. Der Martin-Luther-Platz soll künftig durch Bäume und Bänke sowie die Verlegung des Goldschmiedebrunnens eine neue Aufenthaltsqualität erfahren. Neu auch der „Hall-Campus“, der als italienische Piazza zwischen den Gebäuden des Holbein-Gymnasiums gestaltet werden wird. Möglich wird dies dadurch, dass durch die neue Verkehrsführung am Kö der Durchgangsverkehr durch die Hallstraße wesentlich reduziert wurde.

Der mobile Mensch – ein Paradigmenwechsel

pac_visual_D-koe_bahnhofstrasse_A3BahnhofstraßeEin Trend unserer Zeit ist es, dass das Auto mehr und mehr an Relevanz verliert. Inzwischen gilt das Auto nicht mehr unbedingt als Status-Symbol. Der Grund mag darin liegen, dass man heute, auch was die Mobilität betrifft, mehr und mehr nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen sucht. Städteplaner wissen: Man wird in Zukunft nicht weniger, sondern intelligenter und umweltfreundlicher in den Innenstädten unterwegs sein. Deshalb geht moderne Stadtentwicklung in die Richtung, keinen zusätzlichen Raum und Parkplätze mehr für Autos zu schaffen.

Für das Jahr 2030 wird prognostiziert, dass von den Verkehrsmitteln, mit denen die Menschen in die Innenstadt fahren, nur noch ein Viertel Autos sein werden. Aktuell machen die Autos in etwa die Hälfte aller Verkehrsmittel aus. In der Stadt von morgen zählen die Verkehrsmittel, die am schnellsten von A nach B führen – und sei es in kluger Kombination von öffentlichen Verkehrsmitteln, Leihfahrrädern oder Car-Sharing. Die günstigste Verbindung lässt sich der Nutzer etwa per App auf seinem Smartphone ermitteln.

Der Königsplatz als Mobilitätszentrum

pac koenigsplatz_bahnsteig_tag_1.06.2_40cmKöZu den größten Projekten in Sachen Mobilität gehört das Umsteigedreieck Königsplatz, das zum Ende dieses Jahres in Betrieb genommen werden soll. Seit jeher war der Königsplatz Identifikationspunkt der Stadt, wo die Straßenbahn- und Buslinien zusammengeführt wurden, wo Menschen sich trafen und wieder auseinander gingen. Ein solcher Ort, wo man sich auch gerne aufhält, soll der Königsplatz auch in Zukunft sein. Dabei noch freundlicher und bequemer zum Umsteigen. Alle zehn Bahnsteige werden überdacht. Im Zentrum aber wird ein glaäserner, transparenter Pavillon stehen, ein herausragendes architektonisches Projekt, in dem das swa-Kundencenter, Ladengeschäfte und Service-Einrichtungen zu finden sein werden. Die neu erreichte Linie 6, die geplante Linie 5, die Verlängerung der Linie 1 – all das deutet darauf hin, dass man sich für Zeiten rüstet, in denen die Fahrgastzahl noch mehr steigen wird.

„Mobilitätsdrehscheibe“ Hauptbahnhof

der neue bahnhof Ebene 1-02BahnhofKnapp 50.000 Menschen pendeln täglich aus dem Umland nach Augsburg, rund 22.000 Augsburger fahren jeden Tag nach München. Sie gehören in besonderer Weise zu denen, die durch ein intelligentes Verkehrskonzept in der Stadt angesprochen werden. Die Anbindung an den Augsburger Hauptbahnhof ist daher ein Kernanliegen von „projekt augsburg city“. Die Modernisierung des Hauptbahnhofs zur „Mobilitätsdrehscheibe“ soll bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein. Mit der Umgestaltung des Hauptbahnhofs soll Augsburg zu einem europäischen Knotenpunkt werden. Wesentlich bei der Neugestaltung des Bahnhofs wird sein, dass künftig eine Straßenbahn über eine Rampe und einen Tunnel in der Halderstraße direkt unter die Gleise im Bahnhof geführt wird. Hier soll – architektonisch mit möglichst viel Tageslicht gestaltet – eine Straßenbahnhaltestelle eingerichtet werden. Hinzu kommen neue Rolltreppen, Aufzüge und ein zusätzlicher Bahnsteig F, der einen weiteren Ausbau der S-Bahn-ähnlichen Regio- Schienentakts in das Umland ermöglicht.

Auch der Bahnhofsvorplatz soll in Zukunft neu organisiert und gestaltet werden. Ein neues Gesicht bekommt ebenso der Bahnhofsvorplatz am Westportal des Tunnels, der in den Sebastian-Buchegger-Platz mündet. Hinzu kommt eine parallel zur Trasse in der Untertunnelung geführte Fußgänger-Passage, die einen neuen Zugang vom Westen zum Bahnhof und in die Innenstadt führt.

Attraktiv wohnen und arbeiten

Die Stadt von morgen wird eine Stadt sein, in der Menschen nicht nur gerne wohnen und arbeiten. Durch die Re-Urbanisierung der Innenstadt wird es auch zu einem fruchtbaren Wechselspiel kommen: Wo sich Menschen gerne ansiedeln, dorthin zieht es auch die Unternehmen, weil sie wissen, dass sie hier die Fachkräfte und das Know-how vorfinden. Eine zukunftsfähige Innenstadt bildet somit auch die gesunde Basis für eine prosperierende, zukunftsfähige Wirtschaft.

 

Text: Gerlinde Knoller

Wissenswertes
Ausführliche und stets aktuelle Informationen zum Gesamtprojekt des „projekt augsburg city“ unter: www.projekt-augsburg-city.de

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