SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Die vielfältige Küche der USA – Im Land der unbegrenzten Koch-Möglichkeiten

Begleiten Sie uns auf einer spannenden kulinarischen Reise unter der US-amerikanischen Flagge. Eines werden Sie feststellen: Die USA-Küche hat weit mehr zu bieten, als man gemeinhin denkt, und macht noch dazu richtig Spaß.

 

Text Stefanie Grindinger

Burger, Pommes, Hot Dogs, Spareribs: Wer meint, fettiges, ungesundes Fastfood sei alles, was die USA kulinarisch zu bieten haben, wird dem Land bei Weitem nicht gerecht. Amerikas Küche ist so vielfältig, abwechslungsreich und spannend wie seine Bewohner. Die eine typische amerikanische Küche zu finden ist unmöglich, ist doch die riesige Nation ein Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Kochtraditionen. Seine Bewohner sind stolz darauf, Amerikaner zu sein, doch spiegeln ihre Kochgewohnheiten ebenso die Herkunft ihrer Vorfahren wider. Über Jahrhunderte hinweg haben Siedler aus Mittel- und Osteuropa ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie asiatische und afrikanische Einwanderer. Durch die enormen geographischen Ausmaße werden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Lebensmittel jeglicher Art in hoher Qualität produziert – vom wilden Lachs aus Alaskas Flüssen über feurige Chilis aus Mexiko bis hin zu süßsauren Zitrusfrüchten aus dem sonnigen Florida.

Der Nordosten – Indianer und Pilgerväter

Neuengland, wo einst die Pilgerväter landeten, ist gewissermaßen die Wiege der amerikanischen Küche. Die frühen Siedler passten sich schnell an die Gegebenheiten der Region mit ihren strengen Wintern und zerklüfteten Küsten an. Fischer strömten an die Küste um Cape Cod, Jäger nahmen heimische Wildtruthühner ins Visier und Landwirte bauten auf dem fruchtbaren Boden Bohnen und Kürbis an sowie Gemüsesorten, die sie aus der Heimat mitgebracht hatten. Auch wenn die Fischbestände seither zurückgegangen sind, ist der Nordosten der USA immer noch berühmt für Spezialitäten mit Fisch und Meeresfrüchten, Hummer, Austern und Muscheln. Hier wurden die beliebten Chowders erfunden, allen voran der Clam-Chowder, eine Muschel-Suppe. Die Zubereitung dieser bunten Eintöpfe und Suppen ist seit jeher ein Gemeinschaftswerk – jeder bringt etwas mit, schneidet, rührt, deckt den Tisch. Für jeden findet sich eine Aufgabe. In Pennsylvania stolpert man übrigens auch über Schnitzel, Sauerkraut & Co., da die ersten Siedler aus der Pfalz kamen.

Der Südosten – Kreolen- und Cajun-Küche

Geprägt von atemberaubenden Küsten und pittoresken Bergen, Einflüssen aus der Karibik und Afrika, hält die Küche des Südostens besondere Gaumenkitzel bereit – von zarten Beignets aus New Orleans über kubanisches Steak aus Florida bis zu knusprigem Fried Chicken, das im Südosten zu den Basics zählt. In Ländern wie Virginia, South Carolina und Georgia ist das Klima warm und feucht und die Böden sind äußerst fruchtbar, so dass hier Süßkartoffeln, Zuckerrohr, Limetten und sogar Kaki gedeihen. Unverkennbar sind die Einflüsse der Sklaven, die seit dem 18. Jahrhundert die Plantagen bewirtschafteten. Diese vermählen sich mit den Aromen der kubanischen Küche, die mit den Einwanderern der 1950er Jahre nach Florida kamen. Eine der wichtigsten Nutzpflanzen und Zutaten ist der Mais, der zu unzähligen Gerichten verarbeitet wird, wie beispielsweise zu Puffern, Brot und Salaten. Ein kulinarisches Highlight ist nicht zuletzt der Brunswick Stew. Dahinter verbirgt sich ein typisches Schmorgericht, ursprünglich mit Eichhörnchen oder Kaninchen, da das Fleisch billig und leicht erhältlich war. Heute wird es in der Regel durch Hähnchenfleisch ersetzt.

Der Südwesten – Tex-Mex und Soul Food

In einem echten Südstaaten-Menü kommen indianische, spanische und mexikanische Traditionen zusammen. Kräftige Aromen und intensive Farben, garniert mit ordentlich Schärfe, charakterisieren weltbekannte Gerichte wie reich gefüllte Enchiladas, gehaltvolles Chili con Carne und deftige Frühstücks-Burritos. Die Kochtradition dieser amerikanischen Region wird dominiert von Mais, Bohnen, Koriander, Reis und Tomaten. Allgegenwärtig in den Kochtöpfen und Ortsbildern sind die Chilischoten, die zu großen Strängen namens „Ristras“ gebunden und getrocknet werden. So bleiben sie über mehrere Monate haltbar. Die ersten Siedler waren spanische Kolonisten, die sich bei der Zubereitung von Speisen einiges von ihren indianischen Nachbarn abschauten. Sie waren es auch, die damals Tomaten und Reis mitbrachten. Texas zählt überdies mit einer Anbaufläche von rund 1.300 Hektar zu den bedeutendsten Weinproduzenten der Vereinigten Staaten. Jedes Jahr im August lädt der „Harvest Wine Trail“ zur Verkostung und Besichtigung von über 20 Weingütern ein.

Der Mittlere Westen

Im Mittleren Westen sieht man Weizen-, Mais- und Sojafelder, soweit das Auge reicht; der Beiname „Kornkammer Amerikas“ kommt daher nicht von ungefähr. Neben dem Getreideanbau dienen die Great Plains mit ihrem üppigen Grasland als Weidefläche für Rinder. In krassem Gegensatz hierzu stehen Metropolen wie Chicago, Cleveland und Kansas City, in denen anspruchsvolle Feinschmecker erstklassige Restaurants finden. In Chicago wurde die „Deep Dish Pizza“ erfunden, Pizza mit extra dickem Rand und Boden sowie reichlich Belag. Heute ist die „American Style Pizza“ weltweit bekannt. Im 18. Jahrhundert ließen sich im Mittleren Westen zunächst deutsche Einwanderer nieder, gefolgt von Briten, Polen und Skandinaviern. Herzhafte Hausmannskost hatten sie im Gepäck, die sich als ideal für die langen, kalten Winter erwies. Schmorgerichte, Kartoffeleintöpfe und Aufläufe hatten den Vorteil, dass sie mit günstigen Zutaten einfach zuzubereiten waren und man außerdem viele Leute satt bekam. Sie sehen: Die USA-Küche ist gesünder, vielfältiger und kreativer, als man glaubt!

 


 

BuchtippGrindinger Cover USA

Amerika – Das Kochbuch
Das Beste von Alaska bis Florida

Caroline Bretherton; Elena Rosemond-Hoerr
Preis 19,95 €
Dorling Kindersley Verlag
ISBN 978-3-8310-2739-2
www.dorlingkindersley.de

 

 

 

Dieses schön fotografierte Kochbuch zeigt die Vielfalt der amerikanischen Küche, die so facettenreich ist, wie die Landschaft, die sie umfasst. Die Gerichte spiegeln die unterschiedlichen Kochtraditionen der Einwanderernation Amerika wieder. „Amerika – Das Kochbuch“ interpretiert dabei viele
amerikanische Küchenklassiker auf neue Weise, indem es weniger kalorienhaltige Varianten anbietet. Es versammelt insgesamt über 150 Rezepte für alle Anlässe, vom süßen oder herzhaften Frühstück bis zum „family dinner“ mit saftigem Gegrilltem oder leckeren Schmorgerichten. Atmosphärisch gestaltete Doppelseiten zu einzelnen Regionalküchen stellen kulinarische Wurzeln vor, während eingestreute bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen bestimmte Küchentechniken en detail zeigen.

 

 

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