SchlossMagazin

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Discgolf – Der große Wurf

Sie kennen doch Frisbee – das Spiel mit dem fliegenden Plastik-Teller, dem auf Wiesen und am Strand Männer, Frauen, Kinder und Hunde mit Begeisterung hinterher jagen? Zu diesem beliebten Freizeitsport gibt es eine „offizielle“ Parallele, das Discgolf, das weitgehend in Anlehnung an die Regeln des klassischen Golf gespielt wird. Der Hauptunterschied ist, dass man wirft und nicht schlägt. Und nicht fängt, sondern ein bestimmtes Ziel trifft.

discgolf„Discgolf ist ein Frisbeesportspiel, bei dem versucht wird, von einem festgelegten Abwurfpunkt (Tee) mit möglichst wenigen Würfen eines Frisbees in Metallkörbe zu treffen, die in ca. 70 cm Höhe an einer Stange angebracht sind. Die Wurfsportart benötigt keine eigenen Plätze, sondern wird üblicherweise in vorhandene öffentliche Grün- oder Sportanlagen integriert. Inzwischen gibt es über ganz Deutschland verteilt feste Anlagen“, erklärt unter anderem Wikipedia. Auch in unserer Region ist Discgolf angekommen. Vor einigen Wochen wurden die ersten fest installierten Discgolf-Ziele an der Universität Augsburg eingeweiht, die die Sportart in ihr Programm integriert hat. Eine weitere Anlage befindet sich in Bad Wörishofen innerhalb eines wunderschönen, über 645.000 m² großen Erholungsparks. Der dortige Verein „Beez on Chains e.V.“ veranstaltet am 5. August 2012 das nächste Discgolf-Turnier, das „2. Beez Feeze“, bei dem nicht nur viele Teilnehmer, sondern auch Zuschauer erwünscht sind. Aber auch in Augsburg ist Discgolf angekommen. Unter www.discgolfguerilla.de haben die örtlichen Discgolfer eine Plattform gegründet, um sich auszutauschen. Am 8. Juli dieses Jahres ist die Challenge „Putter King“ geplant.

Ein Freizeitsport für Jedermann

discgolf2Wer einmal versucht hat, eine Discgolf-Scheibe mit Kraft und Präzision zu werfen, hat ein wundervolles Erlebnis. Die fortwährende Herausforderung, der gesellige Charakter des Spiels, das gute körperliche und mentale Training an der frischen Luft und die Tatsache, dass der Sport ohne große finanzielle Aufwendungen begonnen werden kann, sind weitere Gründe für seine Anziehungskraft. Discgolf ist ein Freizeitsport für jedermann, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fähigkeiten. Er verlangt aber ein hohes Maß an Höflichkeit und Rücksichtnahme gegenüber Mitspielern, Zuschauern und natürlich der umgebenden Landschaft. Sehen wir uns diese immer beliebter werdende Sportart einmal näher an. Discgolf wird nach ähnlichem Muster wie Golf gespielt. Der Abwurf oder Drive auf einer Bahn wird von einem bestimmten Ort vorgenommen; alle weiteren Würfe erfolgen von dem Punkt, an dem die vorher geworfene Scheibe zum Liegen kam. Für jeden Wurf kann ein anderes Frisbee verwendet werden. Die für einen Kurs mit mehreren Bahnen benötigten Würfe werden zum abschließenden Ergebnis aufaddiert. Spielen mehrere Personen einen Kurs ab, so beginnt an einer Bahn der Spieler mit der niedrigsten Zahl an benötigten Würfen bei der vorhergehenden Bahn. Jede Bahn eines Kurses ist mit einem Par versehen, also einer vorgesehenen Anzahl an Würfen. Einzelne Kurse haben bis zu 18 Bahnen; die Länge einer Bahn schwankt etwa zwischen 50 und 200 Metern. Die Kurse sind für jedermann frei zugänglich. Es gibt sowohl feste Kurse mit eigens installierten Ziel-Körben als auch Naturkurse, bei denen zum Beispiel auf Bäume oder Laternenpfähle geworfen wird.

Sportgerät und Technik

discgolf3Ein Frisbee ist eine meist aus Kunststoff gefertigte Scheibe. Sie wird durch aerodynamischen Auftrieb und ihre Kreiselbewegung in der Luft gehalten. Für die speziellen Anforderungen (Flugweite, Flugkurven) wurden so genannte Golfdiscs entwickelt. Diese sind schwerer (150 bis 200 g), aerodynamischer und von kleinerem  Durchmesser als normale Frisbees. Für jede Spielsituation gibt es spezielle Discs: Weitwurfscheiben oder Driver benutzt man vor allem für den ersten Wurf auf einer Bahn, bei dem üblicherweise eine große Weite erzielt werden soll. Annäherungsscheiben (Midrange, auch Multi-Purpose) verwendet man für Würfe aus geringeren Distanzen. Sie sind stabiler in der Fluglage als Driver, können aber auch noch relativ weit geworfen werden. Putter werden für den abschließenden Wurf ins Ziel benutzt. Sie sind die stabilsten Golfdiscs, aber auch die am kürzesten fliegenden. Natürlich tragen auch bestimmte Wurftechniken mit jeweils eigenen Bezeichnungen dazu bei, die Flugbahn und die Drehung der Scheibe zu verändern, wie z. B. der Side-arm, ein Vorhandwurf, oder der Upside-down, ein Über-Kopf-Wurf. Beim Abwerfen kann auf das Flugverhalten der Discs eingewirkt werden, indem man ihren Neigungswinkel verändert.

 

Wie bei den meisten organisierten Sportarten gibt es auch beim Discgolf offizielle Europameisterschaften. Die erste fand 1997 in Schweden statt, in diesem Jahr ist das Austragungsland England. (Semi-)professionell wird der Sport derzeit nur in den USA gespielt, weshalb Weltmeisterschaften seit dem Start vor 30 Jahren ausnahmslos in Nordamerika stattfinden. Die amerikanische Professional Disc Golf Association (PDGA) hat aber immerhin rund 8.500 Mitglieder. Weltweit sollen rund eine halbe Million Menschen regelmäßig Discgolf auf ungefähr 1.500 Kursen betreiben. Eine Unterart des Discgolf ist übrigens „Ultimate“, ein wettkampforientierter Mannschaftssport, der vorwiegend in den USA und Kanada mit einem 175 g schweren Frisbee gespielt wird und bei dem die erste und wichtigste Regel der „Spirit of Game“ ist – der absolute Fair Play.

Geselliges Miteinander aller Altersgruppen

Gewöhnlich werden Discgolf-Kurse in bewaldeten Gegenden mit abwechslungsreichem Gelände angelegt, um natürliche Hindernisse für den Flug der Scheibe zu schaffen. Oft sind das Erholungsparks, in denen auch andere Sportarten ausgeübt werden können, wie in Bad Wörishofen. Das fördert das gesellige Miteinander und bietet allen Altersgruppen die Möglichkeit, sportliches Engagement mit Entspannung zu verbinden. Also: an die Scheibe, fertig, los!

 

Wissenswertes

Mehr über Discgolf erfährt man u. a. beim Deutschen Frisbeesport Verband www.discgolf.de. Zubehör findet man z. B. im online-shop www.discgolf-shop.de, wo es auch das erste Disc Golf Buch auf Deutsch gibt. Darin erfährt man von Profi Andreas Thöne die grundlegenden Dinge über History und Regeln, Equipment und Zubehör, Wurf- und Grifftechniken sowie Spiel- und Trainingsvarianten.

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