SchlossMagazin

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Georg Arzberger: Beseelter Klang

Georg Arzberger gehört zu den gefragtesten Klarinettisten seiner Generation. Er lebt und wirkt in Berlin. Mit seiner Musik bleibt er jedoch auch seinen Wurzeln in Aichach treu. Ein Interview mit dem stellvertretenden Solo-Klarinettisten der Deutschen Oper in Berlin.

Schlossallee: Sie sind in Aichach geboren, in Sielenbach aufgewachsen und leben jetzt in Berlin. Wo sind Sie als Klarinettist vorwiegend zu hören?

Georg Arzberger: Musikalisch verbringe ich die meiste Zeit im Orchester der Deutschen Oper in Berlin – dort bin ich fest angestellt als stellvertretender Solo-Klarinettist.

Schlossallee: Machen Sie darüber hinaus auch Kammermusik?
Georg Arzberger: Ja, vor kurzem war ich wieder bei einem Kammer- musik-Kurs, bei dem ich junge Leute unterrichtete. Mir ist es ein An- liegen, dass miteinander Kammermusik gemacht wird und dass die- se auch weiter vermittelt wird. Daraus ist auch diese Geschichte in Aichach entstanden.

Schlossallee: Sie meinen die hochkarätig besetzten Kammermusikabende von „Arzberger Classic GbR“, die mehrmals im Jahr im Pfarrzentrum St. Michael in Aichach geboten werden?

Georg Arzberger: Am Anfang, etwa vor acht Jahren, stand der reine Spaß. Mitgetragen wird seither diese Idee der Kammermusikabende von meinem Bruder Maximilian und Josef Rast. Hier kann ich mir die Leute suchen, die ich schätze und mit denen ich gerne zusammen- spiele. Das passt, das steht. Die Musiker gruppieren sich um einen Kern, der sich einfach sehr, sehr gut versteht.

Schlossallee: Hat das auch etwas mit Heimatverbundenheit zu tun?
Georg Arzberger: Auf alle Fälle. Als Musiker ist man immer auch Idealist. Ich habe diese Musik für mich entdeckt, mich begeistert sie nach wie vor, und das möchte ich gerne weitergeben. Für mich ist es immer auch ein Ansporn, dass unheimlich viele Leute aus Aichach kommen, die sagen: Den kenne ich! Und die dann wieder kommen, obwohl sie bis dahin vielleicht mit klassischer Musik nicht die großen Berührungspunkte hatten.

Schlossallee: Was fasziniert am Instrument Klarinette?
Georg Arzberger: Man sagt oft, dass sie der menschlichen Stimme ziemlich ähnlich ist. Vielleicht ist es das? Oder: Die Klarinette kann einen unheimlich beseelten Klang haben. Einen Klang, der den Menschen anspricht und packt.

Schlossallee: In Ihrer Vita steht, dass Sie auch ein begeisterter Volksmusikant sind?

Georg Arzberger: Ich habe nicht vergessen, wo ich herkomme. Das sollte man auch pflegen und bewahren. So werde ich mich auch in diesem Jahr wieder für drei Tage aus Berlin loseisen, um im historischen Teil der Wies‘n im Zelt zu spielen. Da gibt’s nur traditionelle Blasmusik – diese einfache, ursprüngliche Musik, die einen anspricht und die jeder versteht.

Interview: Gerlinde Knoller

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