SchlossMagazin

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„Gott sitzt auf dem Fahrersitz“ – Interview mit Bernd Gombert

Der Unternehmer Bernd Gombert über Erfolg und Misserfolg, über die Angst vor dem Versagen und Hilfe von oben.

 

Bernd-Gombert-IMGSchlossMagazin: Herr Gombert, Sie gelten als ein bekannter Ingenieur in Deutschland. Für Ihre Entwicklungen haben Sie viele wichtige Auszeichnungen bekommen, die in Ihrem Beruf vergeben werden. War für Sie immer klar, was Sie werden wollten?

Bernd Gombert: Ja, bei mir war das ganz eindeutig, ich wollte schon als kleiner Junge Ingenieur werden. Es hat mich einfach interessiert, wie Dinge funktionieren. Als Schüler wollte ich mehr über elektronische Schaltkreise wissen und meldete mich bei einem Abendkurs über Elektrotechnik in der Volkshochschule an. Als Jugendlicher saß ich da neben deutlich Älteren.

Sie haben den ersten Roboter im Weltall am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitentwickelt, Ihnen sind bahnbrechende Entwicklungen in der Antriebstechnik für die Automobilindustrie und in der Computertechnik gelungen. Weltweit agierende Konzerne wie Siemens oder Schaeffler haben sich für Sie interessiert. Auch als selbständiger Unternehmer sind Sie oben mit dabei. Wie wichtig ist Erfolg für Sie?

Bis vor zwei Jahren war Erfolg alles für mich. Aber es war noch mehr als das Streben nach Erfolg: Als Unternehmer musst du immer an deine eigene Kraft und an dein eigenes Vermögen glauben – in jeder Hinsicht. Du willst den Kunden und Geschäftspartnern vermitteln, dass du es schaffen kannst, sonst hast du womöglich verloren. Erfolgreiche Unternehmer sind so sehr von sich selbst und ihrem Produkt überzeugt, dass sie andere damit beeindrucken können.

Was genau ist vor einem Jahr passiert?

Ich kam mit meiner Firma in eine Sackgasse. Es ging einfach nicht mehr weiter. Schlimmer noch, ich drohte unternehmerisch komplett abzustürzen. Ich bat verschiedene Geschäftspartner um finanzielle Hilfe, aber niemand sprang mir zur Seite. Plötzlich kam eine Angst in mir hoch, die ich bis dato nicht gekannt hatte.

Eine Angst wovor?

Angst vor dem Versagen. Ich denke, dass jeder Unternehmer diese Angst in sich trägt. Du verlierst ja dein ganzes Lebenswerk, wenn die Firma pleitegeht. Plötzlich zeigt jeder mit dem Finger auf dich: „Der hat alles verloren, hat Konkurs angemeldet.“ Du fühlst Dich als „Versager“ und an den Pranger gestellt. Du kannst dich nicht dagegen wehren. Oft ist dann der einzige Ausweg, sich das Leben zu nehmen. Vor dem Crash hatte ich nie verstanden, was Menschen in diese absolute Verzweiflung treibt. Mich in eine Depression zu bringen war fast unmöglich. Aber in dieser schwierigen Zeit bekam ich eine Ahnung davon, wie tief ein Mensch sinken kann. Es gibt im oberen Management so gut wie keinen, der es offen sagt, wenn er gescheitert ist. Das ist ein wirkliches Problem in der Geschäftswelt.

Wie ist bei Ihnen weitergegangen?

Als es meiner Firma so schlecht ging, dass die Insolvenz drohte, kam ich zu einem Punkt, bei dem ich tatsächlich nur noch einen Ausweg hatte: Beten. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis.

Inwiefern?

Während dieses Gebets kam mir mein Taufspruch wieder in den Sinn: „Ich bin der Herr, dein Gott, der zu dir spricht, fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir und werde dir helfen.“ In den kommenden Wochen und Monaten trug mich dieser Satz aus dem Buch Jeremia im Alten Testament durch das tiefe Tal. Er machte mich ruhig und zentrierte mich neu. Diese Worte hatten Macht. Die Bedeutung war so prägnant, so stark. Nach und nach hatte ich keinen Zweifel mehr, dass diese höhere Macht zu mir sagt, dass sie alles in der Hand hat und mich aus der Schlangengrube herausholt.

Und hat diese höhere Macht Sie dann rausgeholt?

Unbedingt. Ich habe innerhalb von wenigen Wochen Wunder über Wunder erlebt. Ich kann hier nicht ins Detail gehen, aber ich bin mir sicher, dass ich es aus eigener Kraft nicht geschafft hätte. Gott hat mich gerettet. Er hat mir gezeigt, welche Schritte ich gehen soll. Jetzt ist alles anders, meine Firma ist so gut aufgestellt wie nie zuvor, und das innerhalb eines Jahres! Wir sind gerade dabei, ein neues, höchst innovatives Produkt zur Marktreife zu bringen. Hin und wieder erzähle ich Geschäftspartnern von meinen Erlebnissen. Das stößt auf großes Interesse, gerade in der Businesswelt.

Was machen Sie jetzt anders als früher?

Ich habe jetzt keine Angst mehr vor dem Versagen und mache mir keine Sorgen um die Zukunft. Ich weiß, dass Gott mich versorgt, egal was kommt. Für meine Entwicklungen und für meinen Erfolg wurde ich bewundert und stand oft im Rampenlicht. Ich wurde danach süchtig. Eitelkeit und das Streben nach größeren Zielen trieben mich früher an. Eines meiner größten Probleme war das absolut starke Ego, das ich über Jahrzehnte aufgebaut hatte. Aber jetzt sitze ich nicht mehr im Fahrersitz, Gott sitzt nun dort.

 

Interview: Konstantin Fritz,  Fotos: privat

 

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