SchlossMagazin

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Katharina Rücker-Weininger – Sehnsüchte in Aquarell

Im Hinteren Anger 342 in Landsberg am Lech wird etwas ausgebrütet. Handwerker sind zu Gange. Plakate im Schaufenster verkünden, dass hier in Kürze „Juniper Art – Porträt und Illustration“ eröffnet. Wer oder was ist das?

Text: Vivienne Klimke

harryWer die Internetseite besucht, auf die das Plakat verweist, entdeckt eine überaus bunte, vielgestaltige und belebte Welt. Es ist die Welt der Künstlerin Katharina Rücker-Weininger, die sich seit vielen Jahren auf das naturalistische Malen von Tieren spezialisiert hat. Auf Besuch in ihrem Wohnort Fuchstal stößt man auf eine gut aussehende, üppige Frau mit blauen Puppenaugen, lockigem Blondhaar und einer sanften Mädchenstimme. „Ich porträtiere am liebsten Tiere in Aquarelltechnik“, erklärt sie ihre Arbeit. „Da reicht die Palette von den zartesten Tönen bis hin zum tiefsten Schwarz. Es ist aber auch ein schwieriges Medium, denn jeder Pinselstrich, der einmal gesetzt ist, bleibt sichtbar, weil die Farben nicht decken.“

Rücker-Weiningers Werke verblüffen durch ihre Detailgetreue. Manchmal bannt sie ganze Bewegungsstudien oder mehrere Szenen auf ein Blatt. Manche versieht sie mit eigenen Texten, denn sie schreibt auch hin und wieder. 2005 verfasste sie das Buch „Vom Leben auf dem Land“, das die Geschichte ihrer eigenen Hunde, Katzen und Pferde sowie anderer Haustiere erzählt. Ein eindrucksvolles Buch: Auf fast 190 Seiten mit jeweils bis zu vier Gemälden hält sie ihren Stil konsequent durch. Auch spricht es von hoher Disziplin, in einem akzeptablen Zeitrahmen diese rund 400 Bilder zu erschaffen.

Mit ihren Gemälden kann sie inzwischen auf weit über 40 Ausstellungen in so illustren Museen wie dem Haus der Kunst in München, dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum, dem Schweizer Pferdemuseum und anderen zurückblicken. 2010 wurde sie zudem in den Beirat der Deutschen Umweltstiftung gewählt.

 

Tatsächlich verfügt Katharina Rücker-Weininger nicht nur über viel kreative Energie, sondern auch über jede Menge Kraft, diese umzusetzen. Wer ihr durch das Wohnhaus folgt, das sie mit ihrem Mann Christof, der Tochter Anna, dem Weimaranerrüden Sam und zwei Katzen teilt, der wird schier überwältigt von den dicht an dicht aufgehängten gerahmten Bildern der Künstlerin. Es sind kaum noch Wandflächen frei – außer wenn gerade mal wieder eine Ausstellung stattfindet. Dann entstehen Lücken, in denen kleine gelbe Klebezettel wie Wegweiser verkünden, welches Werk hier vermisst wird.

„Eine besondere Rolle für gute Porträts spielt die Augenpartie“, erklärt Rücker-Weininger: „Die Augen sind elementar wichtig für den Ausdruck eines Lebewesens. Deshalb müssen sie vollkommen exakt gemalt sein.“ Wie gut ihr das gelingt, demonstrieren ihre Weimaranerhunde, die sie auf mehreren Werken verewigt hat. Es ist faszinierend zu entdecken, dass man die einzelnen Tiere auf den Bildern tatsächlich an ihrem „Gesichtsausdruck“ unterscheiden kann. Wie macht sie das bei fremden oder gar wilden Tieren?  „Ich male einerseits nach eigenen Fotos oder Skizzen, andererseits aber auch stark nach dem persönlichen Eindruck“, schildert die 49-jährige, die ursprünglich als Vorbereitung auf die Kunstakademie eine Lehre als Handbuchbinderin gemacht hat. Deshalb ist es ihr besonders wichtig, die Tiere und ihre Besitzer persönlich zu treffen. „Tiere sind der Katalysator für so viele Sehnsüchte und Wünsche der Menschen. Da hinein zu spüren, ist ein toller Aspekt meiner Arbeit“, schwärmt sie.

Seit der Geburt ihrer Tochter vor sechzehn Jahren ist Katharina Rücker-Weininger nun selbständige Porträtmalerin und hat sich damit eigentlich einen Lebenstraum verwirklicht. Eigentlich? Nun, in ihrem 50. Lebensjahr wird es Juniper Art geben. Was es damit auf sich hat, verrät sie allerdings noch nicht: Sie lächelt und schweigt. Tiere, soviel ist sicher, werden weiterhin vorkommen. Aber darüber hinaus plant sie zur Eröffnung von „Juniper Art“ in Landsberg eine besondere Überraschung. Der Termin wird auf www.ruecker-art.de bekannt gegeben.

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