SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Mark Robertz – In Licht getauchte Landschaften

Mark Robertz ist ein Meister des Wartens. Noch in der nächtlichen Dunkelheit bricht er auf in die Natur, abseits bekannter Wege, und harrt auf das erste Tageslicht. Bei jeder Witterung ist er unterwegs, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dies, um auf den einen Moment zu warten, in dem die vor ihm liegende Landschaft, ins rechte Licht getaucht, ihre Seele offenbart. Diesen flüchtigen Augenblick hält Mark Robertz mit seiner Kamera fest.

Seine Bilder faszinieren, berühren den Betrachter. Mark Robertz kann sich in Landschaften verlieren. Sein fotografischer Blick sucht nach dem Zauber der Landschaften,so wie sie von der Natur geformt wurden. Wenn er sein Auge über Landschaften schweifen lässt – ob in heimischen Gefilden, ob in Küstenregionen oder im Gebirge – er folgt seinem Blick. Wo zieht es ihn hin? Da zeigen sich beispielsweise die Wälder und sanften Gipfel des Bayerischen Waldes, vom Großen Arber aus betrachtet, im Gegenlicht eines herbstlichen Spätnachmittags. Tief verschneit, werden die winterlichen Tannenbäume der Gipfelregion zu bizarren Baumwesen. Mark Robertz weiß schon gar nicht mehr, wie oft er schon auf der Zugspitze gewesen ist, um auf die „blaue Stunde“ zu warten – jene Stunde, die ihm genau das Abendlicht schenkt, das die Berggipfel rundum und das weite Land davor in ihrer ganzen Schönheit aufleuchten lässt. Die Wanderer und Touristen sind schon längst wieder drunten im Tal, da steht Mark Robertz noch immer oben.

In solchen Stunden fühlt sich Mark Robertz als Teil der Natur, nimmt Beziehung zu ihr auf, nimmt sie über all seine Sinne, von denen er überzeugt ist, dass es mehr als fünf sind, wahr. Einmal, erzählt Robertz, sei er mutterseelenalleine bei Sonnenaufgang in einem masurischen Wald in Polen gestanden. Da habe er ein Stück weiter ein Gekläffe und Gejaule vernommen. „Das stammt definitiv nicht von einem Hund“, war ihm bewusst. Man hatte ihm gesagt, dass es hier in dieser Gegend Wölfe gebe. Hatte er keine Angst? „Angst? Nein. robertzFür mich war das Geborgenheit, eine andere Energie“, versichert er. robertz2In der Natur erkennt Mark Robertz das Ursprüngliche. Er sieht aber auch, wie sie sich verändert und formt unter dem Einfluss von Kälte, Trockenheit oder Gewitterstürmen. Ein und dieselbe Landschaft verwandelt sich vor seinen Augen, je nachdem, zu welcher Stunde oder Jahreszeit er ihr begegnet, in wechselnde Facetten. Ein Phänomen, das Mark Robertz tiefer denken lässt: „Der Mensch wandelt Natur zu Landschaft. Umgekehrt transformiert die Landschaft die Natur des Menschen.“

Landschaft beginnt bei Mark Robertz hinter dem Haus, sehr gerne in unserer Region. Er hat Fotobeispiele mitgebracht: vom Hochablass, bei Hochwasser – aus ungewohnter Perspektive. Fast eine Woche lang hielt er sich im Lechtal auf, immer an derselben Stelle, um je nach Tageszeit und Sonnenstand andere Impressionen einzufangen.

Die Schönheit bewusst wahrnehmen

Ein weiteres Foto zeigt eine romantische Landschaft bei Schrobenhausen um fünf Uhr morgens. „Mein Caspar David Friedrich“, meint Robertz. Und irgendwo zwischen Nördlingen und Harburg muss auch ein wunderbares Fleckchen Land liegen, das abends, im Spiel von Wolken und Sonne, seine Reize aufscheinen lässt. „Wenn ich das Besondere im Alltäglichen zu schätzen weiß“, so Robertz, „dann muss ich nicht weit weg fahren“. Die Schönheit bewusst wahrnehmen Hinter diesem künstlerischen Anspruch, das perfekte Bild von einer Landschaft fotografisch zu zeichnen, steckt auch eine Lebenshaltung.

robertz1Für Mark Robertz verbindet Landschaft wie eine Brücke die äußere Natur mit der inneren. „Ähnlich, wie wir häufig im Außen suchen, was wir im Inneren erleben.“ Hat er „das Burnerbild“, dann gibt ihm dies ein „Gefühl der Erfüllung“, eine „innere Zufriedenheit“ darüber, diese Schönheit bewusst wahrnehmen zu dürfen. Als eine Besonderheit, die sich nicht zwangsläufig ergibt, sondern die geschenkt ist. Es kann auch sein, dass er viele Stunden an einem Ort steht und erleben muss, „dass mal das eine, mal das andere Licht kommt“, aber nicht das, auf das er gewartet hat. „Da entstehen dann meine Verzweiflungsbilder“, meint Robertz lachend. Mit der Zeit aber habe er Geduld gelernt und sich die Zuversicht bewahrt, dass es vielleicht beim nächsten Mal klappt.

Mark Robertz ist natürlich nicht immer alleine unterwegs. Er bietet Workshops, Seminare und Exkursionen an für jene, die seine Begeisterung an der Landschaftsfotografie teilen.

Informationen:
Mark Robertz ist ein beharrlicher und geduldiger Mensch. für DAS Foto kann er stundenlang auf das richtige Licht warten.
www.landschaftsbilder.org

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