SchlossMagazin

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Michael Martin – Leidenschaft für Wüsten

Wer innerhalb von 30 Jahren in über 80 Reisen die Erde umrundet, muss schon ein wenig verrückt sein. Ein Abenteurer allemal. Und das ist der geborene Gersthofener Michael Martin auf jeden Fall.

 

Martin3Der Diplom-Geograph hält seine Reiseeindrücke in wunderbaren Fotos fest, die er in Bildbänden veröffentlicht und auf seinen Vortragstourneen einer breiten Öffentlichkeit schildert. In diesem und im nächsten Jahr wird er auch in unserer Region sein Publikum begeistern.

Michael Martin, Jahrgang 1963, veröffentlichte bislang 30 Bildbände und Bücher über seine Reisen, die in sieben Sprachen übersetzt wurden, hielt über 2.000 Vorträge und produzierte mehrere Fernsehfilme. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einer Ehrenmedaille der Royal Geographic Society. Zuletzt erhielt er den Gregor International Calendar Award und den ITB Book Award für sein Lebenswerk. 1999 fasste Michael Martin den Entschluss, die Wüsten der Erde miteinander zu vergleichen. Innerhalb von fast sechs Jahren und auf 40 Reisen durchquerte er gemeinsam mit Elke Wallner alle Wüsten der Erde – auf allen Kontinenten und in nahezu fünfzig Ländern. Neben den Trockenwüsten standen nun auch die Kälte- und Eiswüsten der Arktis und Antarktis im Fokus seiner Arbeit. Das Ergebnis ist das Projekt „Planet Wüste“, das als Multivision, fünf Kilo schwerer Bildband, TV-Serie und Ausstellung präsentiert wird. 150 Vorträge à 150 Minuten und 1.600 Bilder stehen für „Planet Wüste“ auf dem Programm. Acht verschieden große Leinwände bis zu einer Breite von 14 Metern warten auf ihren Einsatz.

Martin2„Reisen ist eine wunderbare Art und Weise, intensiv zu leben.“

Fast die Hälfte der Landoberfläche wird von Trockengebieten, Kältewüsten und Eiswüsten eingenommen. Während die Kälte- und Eiswüsten jenseits der beiden Polarkreise zu finden sind, ziehen sich die Trockengebiete in zwei Gürteln entlang der beiden Wendekreise um die Erde. Die Idee des Projektes war, diese vier Extremzonen der Erde miteinander zu vergleichen, Parallelen aufzuzeigen und auf Unterschiede hinzuweisen.
Die Zonen lassen sich einteilen in Arktis, die Wüsten der Nordhalbkugel, in die Wüsten der Südhalbkugel und in die Antarktis. Martin stellt nun 26 Regionen in diesen Extremzonen der Erde vor und versucht, aus diesen Mosaiksteinen ein möglichst umfassendes Bild des Wüstenplaneten Erde zu schaffen. Dafür war ihm und seinem Team keine Mühe zu groß: „Die Anforderungen des Projektes ‚Planet Wüste‘ an meine Kameras hätten höher nicht sein können. Temperaturen zwischen -50°C und +50°C, Erschütterungen, Sand und Schneestürme waren an der Tagesordnung. Ich habe trotzdem meine Kameraausrüstung nicht besonders geschützt. Ich wollte einfach spontan und schnell reagieren können und verwendete einen handelsüblichen Fotorucksack. In ihm fand auch mein 13″ Zoll Macbook Platz, so dass alles griffbereit war. Wenn ich auf dem Motorrad fuhr, brachte ich den Großteil der Kameraausrüstung in einem Foto-Tankrucksack unter. Mir war von vorne herein klar, dass diesmal die Landschaften im Vordergrund stehen würden. Antarctica ist unbewohnt, auch in der Arktis leben nicht viele Menschen. So war es die Suche nach spektakulären Landschaften, interessanten Perspektiven und die Hoffnung auf gutes Licht, die jeden Reisetag aufs Neue im Vordergrund stand. Da sich die besten Lichtstimmungen morgens und abends ergeben, waren es meist die Mittagsstunden, in denen wir uns fortbewegten. Auch der Kontakt zu Menschen ergibt sich in Wüsten eher in den Tagesrandzeiten. Natürlich hatte ich eine grobe Vorstellung von den Bildern, die ich gerne nach Hause bringen wollte. Das meiste hat sich aber einfach ergeben; entscheidend war natürlich maximale Flexibilität und Reisepartner, die akzeptieren, dass die Fotografie im Vordergrund steht.“

Martin1„Wenn das Buch der Wüste eine Lobby verschaffen könnte, dann wäre es toll.“

Michael Martin möchte mit seinem Projekt erreichen, dass sich mehr Menschen für Wüsten und Polargebiete interessieren und verstehen, dass sie geschützt werden müssen: „Der Schutz der Regenwälder oder der Ozeane ist anerkannt, die Wüsten und Polargebiete aber werden als marginale Räume gesehen, aus denen die Rohstoffe kommen, in denen Waffen getestet werden können, wo man ausrangierte Flugzeuge parken und Autorallyes durchführen kann. Dabei sind sowohl die Wüsten als auch die Polargebiete Teil unserer Natur. Sie sind in weiten Teilen immer noch unberührt und müssen bewahrt werden vor unserem Hunger nach Rohstoffen, zumal diese Regionen ökologisch höchst sensibel sind.“ Und er möchte bewirken, dass sein Publikum eine bis dahin ungeahnte Sehnsucht nach endloser Weite verspürt und sich fragt, warum Sahara, Ténéré oder Namib noch nie in der persönlichen Urlaubsplanung vorkamen. (hea)

 


 

Maertin4Buchtipp

Michael Martin
Planet Wüste

448 Seiten
Preis 49,95 €
ISBN 978-3-86873-709-7
Knesebeck Verlag

 

 

 

Vortrags- und Ausstellungstermine in der Region

Bis 3. März Fotoausstellung im Ballonmuseum Gersthofen

  1. Dezember Grafing, Stadthalle
  2. Dezember Germering, Stadthalle
  3. Januar Augsburg, Kongresshalle
  4. März Fürstenfeldbruck, Veranstaltungsforum
  5. April Bobingen, Singoldhalle

Diverse Termine in München, Muffathalle

Informationen www.michael-martin.de

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