SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Donauwörth

Fit für die Zukunft

Diese Stadt hat einfach Charme. Wer sie besucht, spürt gleich die liebenswürdige Atmosphäre, die sie ausstrahlt. Donauwörth, die alte Freie Reichsstadt im Norden von Schwaben, hat etwas von einer kostbaren Perle. Je nachdem, in welches Licht man sie hält, schimmert sie in den verschiedensten Facetten.

Text: Gerlinde Knoller

Die Kostbarkeit der bayerisch-schwäbischen Donauperle ergibt sich aus der fruchtbaren Spannung zwischen der reichen Tradition und der aufstrebenden Zukunft. Diese Stadt mit ihren heute rund 18.000 Einwohnern hat sich den Stolz und das Selbstbewusstsein der ehemals Freien Reichsstadt bewahrt. Darauf aufbauend, zeigt sich die Große Kreisstadt innovativ, modern und urban.
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Facettenreich ist die Landschaft, in die die Stadt eingebettet ist, so, als wollte Donauwörth von allem ein bisschen – natürlich vom Schönsten! – haben. Die Stadt liegt an den Ausläufern der Schwäbischen Alb und des Fränkischen Jura, am Zusammenfluss von Donau und Wörnitz. Wanderer und Radler schätzen die unterschiedlichsten Landstriche, denen sie hier begegnen. Schon seit jeher haben sich Menschen gerne am Wasser angesiedelt. Diese Lage machte auch Donauwörth zu einem strategisch wichtigen Knotenpunkt, unübersehbar an der großen, europäischen Handelsstraße, die über Bergen in Norwegen durch Donauwörth bis in den Süden, nach Italien führte. So bedeutend war Donauwörth im Mittelalter, dass die Stadt sogar als „Schlüssel zum Reiche, zu Wasser und zu Land“ galt.

Eurocopter schafft Arbeit

In gewisser Weise lebt dieser Ruhm, auch wenn er etwas vollmundig klingen mag, noch heute fort – wenngleich natürlich ganz anders! Donauwörth ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort, der sich kräftig weiter entwickelt. Oberbürgermeister Armin Neudert ist stolz darüber, sagen zu können, dass bei 18.000 Einwohnern 13.000 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. „Wir haben mit nur 1,7 Prozent Arbeitslosigkeit nahezu Vollbeschäftigung.“ Mit dem Unternehmen Eurocopter, einer hundertprozentigen Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, das Hubschrauber und Flugzeugbauteile herstellt und der größte Arbeitgeber der Stadt ist, stellt Donauwörth ein Zentrum der internationalen Luftfahrtindustrie dar. Kein anderes Unternehmen wie das deutsch-französisch-spanische Hubschrauber-Unternehmen hat die Entwicklung Donauwörths so entscheidend beeinflusst. Und es wird dies künftig noch intensiver tun. Nach der Aufgabe des bisherigen Standorts Ottobrunn wird die technische Entwicklung von Eurocopter in das neue Entwicklungszentrum in Donauwörth verlegt. Das heißt: Zu den bisher 5.000 Eurocopter-Mitarbeitern kommen noch rund 800 hinzu – vor allem hochqualifizierte Ingenieure.

Aber auch für andere, kleinere und mittlere Branchen ist Donauwörth ein idealer Investitionsstandort. Ein Beispiel dafür ist das in den vergangenen Jahren am südlichen Stadtrand entstandene attraktive Gewerbegebiet „An der Südspange“, das verkehrstechnisch recht gut an die benachbarten Zentren wie Augsburg oder Ingolstadt angebunden ist. Oberbürgermeister Neudert weist darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für günstiges Wachstum ständig verbessert wurden – mit erfreulichen Folgen.

Eurocopter

Abzulesen auch daran, dass im engsten Wirtschaftsraum 60.000 Menschen auf die Große Kreisstadt Donauwörth hin orientiert sind. Eine florierende Wirtschaft, ausreichend Arbeitsplätze – günstige Bedingungen wie diese ziehen Menschen an. Den Verantwortlichen in der Stadt – dazu gehören nicht nur die Politiker, sondern auch die Vereine, die Kirchen, die Schulen, die Wohlfahrtsverbände und all die Bürger, die sich freiwillig engagieren – tragen dazu bei, dass Donauwörth eine „soziale und familienfreundliche Stadt“ ist. Lebens- und liebenswert für alle Generationen. Kein Wunder, dass die Stadt derzeit „eine Rekordzahl an Baugenehmigungen“ erteilt.

Ein topmodernes Wohngebiet ist etwa am Härpferpark entstanden, der für viele auch wegen seiner Bahnhofs- und Zentrumsnähe attraktiv ist. Als große Aufgabe sieht die Stadt außerdem die Weiterentwicklung des bestehenden Stadtteils Parkstadt an, der seit 2004 in das Förderprojekt „Soziale Stadt“ aufgenommen ist. Das 30 Hektar große Gelände der heutigen Alfred-Delp-Kaserne am Rande der Parkstadt soll nach deren endgültiger Schließung zu einem lebendigen Quartier für alle Generationen werden, das die unterschiedlichsten Beteiligten, von den Kirchen bis hin zu Geschäftsleuten, zusammenführt. Bis Ende 2013 wird dieses Gelände eine große stadtplanerische Herausforderung darstellen – zumal es nun auch Teil eines europäischen, städtebaulichen Wettbewerbs werden soll. Architekten sollen unter Einbeziehung der Bürger kreative Ideen entwickeln mit dem Ziel, eine gute Mischung von Wohnbebauung, Freizeit und Sport zu schaffen. Dazu gehört auch eine Top-Anbindung der Parkstadt an das Zentrum Donauwörths. Vor kurzem wurde ein 30-Minuten-Takt für den Donauwörther Stadtbus eingeführt.

Gute Betreuungsquote für Kleinkinder

SchlossparkEine Stadt, in der es sich zu leben lohnt! Was wäre hier nicht alles zu nennen! Etwa, dass im Herbst 2013 das Ziel einer Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren von 50 Prozent erreicht sein wird. Dass in Donauwörth alle Schularten unterhalb der Hochschule angesiedelt sind, oder dass unglaublich viel in die Schulen – zuletzt in die Mangoldschule – investiert wurde. Hervorragend ist auch die medizinische Versorgung mit einem Netz von Ärzten, Fachärzten, Therapeuten und Kliniken. Stattlich steht übrigens wieder ein ehemaliges Donauwörther allein schon deswegen, weil die meisten Geschäfte fußläufig zu erreichen sind.

„Die Stadt legt einen starken Fokus auf die Innenstadt“, versichert Oberbürgermeister Armin Neudert. Das braucht er eigentlich gar nicht zu sagen, das sieht man beim Bummel durch die historische Reichsstraße oder durchs Ried, einer Insel mit geradezu italienischem Flair, in der Wörnitz gelegen. Hier, auf der ehemaligen Fischerinsel, hatte vor vielen Jahrhunderten das Herz von Donauwörth zu schlagen angefangen. Es fällt auf, dass es bei den Geschäften kaum Leerstände gibt. Vielfältig und gut gemischt ist das Angebot von Läden, von denen eine große Zahl inhabergeführt ist. Weil die Kunden dies schätzen, kommen sie gerne auch aus dem Umland, etwa aus dem Fränkischen oder dem Kesseltal. Donauwörth ist seit jeher verkehrstechnisch äußerst günstig platziert und profitiert von der Anbindung an die heute vierspurig ausgebaute B2.

 

Touritisches Zentrum

Reich an Sehenswürdigkeiten, ist Donauwörth auch für Touristen ein interessantes Ziel, abzulesen am zunehmenden Tagestourismus. Das mag daran liegen, dass die Stadt an bedeutenden Fernrouten liegt, von der Via Claudia Augusta angefangen, über die Romantische Straße bis hin zu drei Jakobus-Pilgerwegen, die beim Ochsentörl in der Donauwörther Promenade aufeinander stoßen. Radler, Wanderer, Pilger und Tagestouristen finden hier, in Donauwörth, manch interessante Sehenswürdigkeit. Etwa die spätbarocke, nach Vorbildern der Wessobrunner Schule ausgestattete Kloster- und Wallfahrtskirche Heilig Kreuz, die wegen einer Kreuzreliquie und einem Gnadenbild zur Schmerzhaften Muttergottes großes Ansehen und eine Doppelwallfahrt genießt. Ein ganz anderer Kulturgenuss kann ein Besuch des Käthe-Kruse-Puppen-Museums sein, das jedes Jahr mit aktuellen Sonderausstellungen lockt.

Donauwörth Fischerstechen

Und abends geht’s dann in eine kulturelle Veranstaltung. Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt, dass mindestens jeden Monat ein kulturelles Highlight in der Stadt auf dem Programm steht. Zu den beliebtesten Attraktionen gehören etwa das Fischerstechen oder das Reichsstraßenfest oder der Schwäbischwerder Kindertag. An lauen Sommerabenden gibt es nichts Schöneres als einen Besuch auf der Freilichtbühne am Mangoldfelsen, interessant nicht nur wegen des Kulturgenusses an sich, sondern wegen des baulichen Umfelds in der Promenade. Wieder ein Beispiel für ein zukunftsweisendes Projekt der Stadtentwicklung! Das im Jahr 2007 realisierte, neue Freilichttheater am Mangoldfelsen ist Teil des Projekts „Spindeltal“. Dabei wurde der Bereich des Spindeltals rund um die Mangoldschule, nur wenige Gehminuten von der historischen Reichsstraß  entfernt, umfassend saniert und aufgewertet. Dazu kam u. a. ein „Haus des Kindes“ mit Kinderkrippe und Hort. Wichtigstes Projekt des Spindeltals ist das „Forum für Bildung und Energie“ als neue Heimat für die Volkshochschule. Interessant daran ist vor allem, dass im Zuge der Bauarbeiten 2010/2011 bei archäologischen Ausgrabungen die Grundmauern der im Mittelalter zerstörten Burg Mangoldstein zutage traten, die im neuen Gebäudekomplex sichtbar gemacht wurden.

Das neue Forum für Bildung und Energie, ein repräsentatives Gebäude mit Niedrigenergiestandard, ist ein Pilotprojekt des bayerischen Gesundheits- und Umweltministeriums. Es präsentiert modernste regenerative Techniken, innovative Ideen und lehrreiche Ausstellungsobjekte. Die ökologische Orientierung der Stadt Donauwörth, eine weitere, zukunftsweisende Säule, zeigt sich auch darin, dass sie mit dem EEA (European Energy Award) zertifiziert ist und diese Zertifizierung auch im Jahr 2014 anstrebt. Damit stellt die Stadt unter Beweis, dass sie sämtliche Umweltthemen mit Nachdruck verfolgt – von den Bürgersolaranlagen angefangen über einen Waldlehrpfad bis hin zum energetischen Bauen und dem Stadtbus-System.

Donauwörth von obenDonauwörth selbst ist eine grüne Stadt. Hier bieten sich auch unzählige Möglichkeiten, die Freizeit zu genießen – bei Spaziergängen in der innenstadtnahen Promenade oder vielleicht sogar auf einem Boot auf einem der vielen Gewässer rund um Donauwörth. Wenn’s wieder wärmer wird, geht’s auf den 18-Loch-Golfplatz auf Gut Lederstatt oder ins Freibad, das in diesem Sommer sogar seinen 50. Geburtstag feiert! Ein Grund zur Vorfreude – aber Donauwörth hat ja bis dahin noch genug zu bieten.

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