SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Friedberg

Friedberg

Gemütlich und lebendig

Text: Gerlinde Knoller

Stolz steht sie da, die Stadt Friedberg. Markant ist ihre Silhouette mit dem Turm von St. Jakob, dem Schloss und den gut erhaltenen Resten der Stadtmauer mit ihren Rundtürmen. Inmitten des Wittelsbacher Landes gelegen, ist diese altbayerische Herzogsstadt mit ihren heute knapp 30 000 Einwohnern schon von weitem zu sehen. Hier, in dieser Stadt, die im Jahr 2014 ihr 750-jähriges Bestehen feiern wird, lässt es sich wunderbar leben. Sie vereint beides: eine reiche Geschichte und eine aufstrebende Zukunft. Schon ein kleiner Spaziergang als eine erste Annäherung an die Stadt zeigt: Hier herrscht ein ganz besonderes, liebenswürdiges Flair! Malerisch sind die Ecken und Gassen der historischen Altstadt, prächtig so manche Gebäude – man denke nur an das Rathaus – und romantisch der Weg entlang der Stadtmauer hinauf zum Wittelsbacher Schloss.

Pulsierender WirtschaftsstandortFriedberg

Friedberg-Zukunftsstadt-Gewerbegebiet-A-8F-P-quadratischFriedberg zieht die Investoren an. Aufgrund seines gewerbefreundlichen Klimas und seiner geografischen Lage gehört die Stadt zu den interessantesten Wirtschaftsstandorten Bayerns. Unweit der A 8 gelegen, profitiert Friedberg von der Nähe zu den Ballungsräumen Augsburg, München und Stuttgart. Attraktiv sind zwei voll erschlossene Gewerbegebiete: Nach dem „Business-Park Friedberger See“, wo sich bedeutende Unternehmen, vor allem aus dem Hightech-Bereich angesiedelt haben, entsteht nun auch der „Friedberg Park an der A8“, insgesamt 200. 000 m² Gewerbebauland. Interessant vor allem für jene moderne, ambitionierte Unternehmen, denen an schnellen Verbindungen und Kontakten nicht nur nach München und Stuttgart, sondern auch Richtung Ingolstadt gelegen ist. Als hocheffiziente Wirtschaftsregion punktet Friedberg auch mit seinen Preisen. Ein einzigartiges Angebot für Investoren ist in Friedberg der „Ansiedlungslotse“, ein kompetenter Ansprechpartner, der den Investor bei allen behördlichen Angelegenheiten begleitet und die Kontakte zu den verschiedenen Wirtschaftsgremien und Förderstellen herstellt. Rund 1000 neue Arbeitsplätze wurden durch den Business-Park geschaffen, weitere werden durch den neuen „Friedberg Park an der A 8“ entstehen. Friedberg bietet nicht nur das ideale Umfeld zum Arbeiten, sondern auch, um hier angenehm zu leben. In nächster Nähe findet sich alles, was man zum Leben braucht, von sämtlichen Regelschulen angefangen, über Kinderbetreuungseinrichtungen, bis hin zu einem vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot. Dass Friedberg sich als pulsierender Wirtschaftsstandort zeigt, hat übrigens in der Stadt Tradition. Erinnert sei an die goldene „Friedberger Zeit“ des 17. und 18. Jahrhunderts, als sich Friedberg zum weithin bekannten Uhrmacher-Zentrum aufschwang. Wie diese „Friedberger Zeit“ noch heute inspirieren, ja „beflügeln“ kann, davon erzählt auch alle drei Jahre das gleichnamige große, historische zehntägige Altstadtfest.

Das Wittelsbacher Schloss – ein Schloss für alle

Charakteristisch ist für Friedberg, wie sich die Stadt und ihre Bewohner von der Vergangenheit „beflügeln“ lassen, das Kostbare und Bewahrenswerte aufnehmen und behutsam in die neue Zeit führen. Nicht umsonst pflegt die Stadt das Motto „Friedberg beflügelt“. Das lebendigste Beispiel dafür ist die Neukonzeption des „Wittelsbacher Schlosses“ – ein Herzstück der Stadt. Es soll bis zum Jahr 2017 zu einem „Schloss für alle“ neu konzipiert werden. Das Schloss ist allein schon deshalb für die Stadt ein so kostbarer Schatz, weil in ihm die Blütezeit der Stadtgeschichte sichtbar wird. Die ursprünglich romanische Anlage ist im Jahr 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet worden, nachdem ein Brand den Vorgängerbau zerstört hatte. Herzogin Christine von Lothringen hatte das Schloss zu ihrem Witwensitz erwählt.

Friedberg-Zukunftsstadt-Schlosshof-3_D-StreetartFriedberg wurde zu einem Mittelpunkt des höfischen Lebens in Bayern. Und wieder soll das Schloss zu einem lebendigenSchlosshof Friedberg Zentrum werden – nicht jedoch für exklusive Zwecke, sondern für „alle“. Im Jahr 2007 hatte die Stadt Friedberg das Wittelsbacher Schloss vom Freistaat Bayern erworben, um es als kulturelles Zentrum auszubauen. Nach einem Bürgerentscheid ist der Weg für die Rundum- Erneuerung des Schlosses nun frei: Herzstück der Neukonzeption ist ein neuer Veranstaltungssaal im Obergeschoss, der Platz für rund 400 Personen bieten wird. Ideal vor allem auch deshalb, weil er an Regentagen zum Ersatzspielort für Veranstaltungen im zauberhaften Schlosshof werden kann. Ebenso modernisiert und neu konzipiert wird das Museum. Es zieht mit seinen Sammlungen zur Stadt- und Schlossgeschichte und zur Archäologie in den renovierten Südteil des Gebäudes um. Nicht nur zum Hören und Schauen, auch zum Verweilen lädt das Schloss künftig ein: Bei einer Tasse Kaffee im Schlosscafe im romantischen Schlossgarten kann ein wunderbarer Ausblick hinunter zum benachbarten Augsburg genossen werden. Ein wenig jedoch bedarf es noch der Geduld – die Sanierung des Schlosses wird einige Jahre dauern. Als ein Zeichen dafür, dass die Stadt das Beste daraus macht, steht „herzwärts“, der große Open- Air-Sommer im Schlosshof. Wenn er diesmal vom 6. bis 29. Juli für eine Weile zum vorerst letzten Mal im gewohnten Ambiente stattfindet, steckt in diesem Abschied schon die Vorfreude auf den zukünftigen Neuanfang.

Kunst und Kultur in der Stadt

Friedberger Kultur ist eng mit einem Namen verbunden: mit dem der „Kunstarbeiterin“ Rose Maier Haid, die Friedberg zur „Stadt der Kinder und der Kunst“ ausgerufen hat. Sie hat den „Friedberger Skulpturenpfad“ erfunden, der in dreijährigem Rhythmus in diesem Jahr 2012 zum achten Mal die Stadt zum Kunstraum verwandeln wird. Die Künstler aus der näheren und weiteren Umgebung schaffen ihre Werke eigens für die Stadt Friedberg. Ziel dieser öffentlichen Kunst, so Rose Maier Haid, solle es sein, „dass selbst Menschen, die wenig Zugang zur Kunst haben, erleben können, wie anregend und erregend Kunst ist“. Friedbär

Friedberg-Zukunftsstadt-Friedbaer-blau-IMG_6225Die Künstlerin traut der Phantasie die Kraft zu, die Welt zu verwandeln, toleranter und friedfertiger zu werden. Um Kunst und Kultur in der Stadt, auf ihren Straßen und Plätzen zu verankern und sichtbar zu machen, hat die Künstlerin stets neue, sympathische Ideen: In ihrer jüngsten Ausstellung in ihrem KunstWerk“ haben Kunststudierende das surreale Werk „Golkonda“ von René Magritte mit seinen Männern mit Melonen als begehbare Traumwelt geschaffen. Und da war die Entdeckung des geflügelten blauen „Friedbärs“, der als Friedensbote durch die Welt ging. Vielleicht erinnert sich auch der eine oder andere noch an jenen Morgen im Jahr 2008, als Rose Maier Haid und Schüler ihrer Kunstschule die abgefallenen Blätter eines Magnolienbaums sammelten, sattrot bemalten und über Nacht zurück in den Baum, mitten in die blassrosa Blüten steckten. Es war Kunst, die nur bis zum nächsten Windstoß hielt. Auch Musikfreunde werden in Friedberg regelmäßig verwöhnt. Es lohnt sich, im August hier, in der Stadt zu bleiben, denn da findet zum 11. Mal der Friedberger Musiksommer unter der künstlerischen Leitung von Karl-Heinz Steffens statt. Zu hören wird u.a. ein Jazzkonzert und die h-moll-Messe von Bach sein.

Friedberger Halbmarathon

Man kann Friedberg nicht nur als Spaziergänger, sondern auch als Sportler erleben. In diesem Jahr feiert der Friedberger Halbmarathon sein zehntes Jubiläum – ein Ereignis in der Stadt, bei dem nicht nur die über 1250 Läufer auf den Beinen sind. Die Friedberger Straßen werden wieder gesäumt von Fans sein, die die Läufer anfeuern. Übertönt werden sie höchstens von den Musikkapellen und Trommlern, die am Friedberger Berg aufmarschieren werden. Über den Halbmarathon hinaus kann sich Friedberg auch aus anderem Grund „Sportstadt“ nennen. In diesem Jahr feiert der TSV Friedberg, der mit seinen gut 3000 Mitgliedern zu den ganz großen Vereinen im Augsburger Raum und Schwaben zählt, sein 150-jähriges Bestehen. In elf Abteilungen, vom Babyschwimmen angefangen, über das Jedermann- Turnen bis hin zum Volleyball in der 2. Bundesliga kann die ganze Familie hier Sport betreiben. Ein Vorzeigeprojekt ist die neue, im Jahr 2003 eröffnete Sporthalle. Sie zählt zu den schönsten ihrer Art in Bayern.

Moderne Architektur

Es schließt sich der Kreis: Eine reiche Geschichte und die Moderne lassen sich in besonderer Weise mittels der Architektur verbinden. Zuweilen ein heikles Unterfangen, bei dem sich die Geister scheiden. Wie viel Historie soll bewahrt bleiben? Was braucht unsere heutige Zeit? In Friedberg hat sich nun – neben dem Großprojekt Wittelsbacher Schloss – eine Lösung für ein weiteres Unterfangen aufgetan: Im November 2002 ist ein an der Südostecke befindlicher Stadtmauerturm eingestürzt. Nach einem langen Rechtsstreit und Widerständen wird der Turm nun wieder aufgebaut. Er soll bis Mitte 2013 fertig sein. Das historische Ensemble aus altem Salzstadel und Turm wird ein zeitgemäßes Gepräge erhalten. So wird der Turm mit einem Dach aus Glas gestaltet. Und kleine Reste der historischen Stadtmauer werden im Salzstadel durch einen verglasten Wintergarten weiterhin sichtbar bleiben. Auch werden auf dem Areal vier Stadthäuser entstehen.

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