SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Fürstenfeldbruck

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L(i)ebenswertes Fürstenfeldbruck

Man kennt sich in Fürstenfeldbruck: Beim Bäcker um die Ecke, auf dem Wochenmarkt oder bei einer der zahlreichen Veranstaltungen treffen sich die Bürger und tauschen sich aus. Das Miteinander, die sozialen Kontakte werden groß geschrieben in der Stadt an der Amper, die mit kurzen Wegen und bester Anbindung an München, Augsburg und das landschaftlich herausragende Fünfseenland optimale Lebensqualität bietet.

Der Zusammenhalt der rund 37.600 Bürger von Fürstenfeldbruck manifestiert sich in zahlreichen Vereinen bzw. kulturellen Gruppierungen und deren Aktivitäten. Was keine Selbstverständlichkeit ist. Der mit nur rund 5.000 Einwohnern im Jahr 1935 relativ kleine Ort wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Eingliederung von Heimatvertriebenen stark an. Zuvor hatte bereits der 1936 angesiedelte Fliegerhorst zum Anstieg der Bevölkerung beigetragen und für neue Arbeitsplätze gesorgt. Einen weiteren kräftigen Bevölkerungszuwachs gab es in den 1960er und 1970er Jahren durch die Anbindung an die S-Bahn. Am 1. Januar 2006 wurde Fürstenfeldbruck zur Großen Kreisstadt erklärt. Und 2013 feierte das Kloster Fürstenfeld 750-jähriges Jubiläum. Womit wir bei der Namensgebung der Stadt wären. Die Bezeichnung setzt sich aus den beiden Gründungspfeilern Bruck und Fürstenfeld zusammen. Im Jahr 1306 wurde der Ort Bruck – benannt nach der Brücke über die Amperan der Salzstraße – erstmals urkundlich erwähnt. 1263 gründete der Wittelsbacher Herzog Ludwig II. („der Strenge“) das Zisterzienserkloster Fürstenfeld in unmittelbarer Nähe. Mit der Säkularisation des Klosters im Jahr 1803 wurde das barocke Ensemble quasi „annektiert“ und der Markt Bruck entwickelte eine bürgerliche Selbstverwaltung.1908 legte die Regierung dann den amtlichen Namen Fürstenfeldbruck fest.

Dass sich die Bürger von Fürstenfeldbruck in ihrer Stadt wohlfühlen hat viele gute Gründe. Schon im 19. Jahrhundert flanierten Sommerfrischler aus München durch Bruck mit seinen schönen Bürgerhäusern. Sie waren fasziniert von der waldreichen Umgebung, den Amperauen, kurz, dem ländlichen Idyll so nah der Großstadt. Auch heute noch ist der Wohlfühlfaktor in und um Fürstenfeldbruck enorm. Und die Stadt tut viel dafür, diesen noch zu erhöhen. Zu den neuesten, gemeinsam mit dem Landkreis erreichten Erfolgen zählt der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel durch den Express-Bus Starnberg/FFB mit der Bezeichnung X900, der montags bis samstags die Stadt mit dem Starnberger See verbindet. Auch wird der Radl-Tourismus stark gefördert. Rad statt Auto lautet dieDevise. Fürstenfeldbruck liegt genau in der Mitte des rund 200 Kilometer langen Ammer-Amper-Radwegs, dernoch attraktiver gemacht und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club mit vier Sternen klassifiziertwerden soll. Eine neue Freizeit- und Fahrradkarte lotst auf neun herrlichen Touren durch den Landkreis. Durch den Rad-Tourismus wird auch ein Mehrwert für Hotellerie und Gastronomie erwartet.

Hoch hinaus können Freizeitler auf der Kletterinsel, die Erwachsenen und Kindern auf einer Amperhalbinsel Action, Abenteuer und Kletterspaß bietet, natürlich unter modernsten Sicherheitsvorkehrungen. Wen es ans Wasser zieht, der kann auf der Amper, die mitten durch die Stadt fließt, nicht nur vom Boot aus die Umgebung genießen, sondern auch dem trendigen Stand-up-Paddling, kurz SUP, frönen. Eingebettet in eine großzügige Parklandschaft liegt die AmperOase, ein Open-Air- und Hallenschwimmbad, samt Sandstrand und Saunadorf, das ganzjährig Spaß und Entspannung verspricht. Besonders interessant für auswärtige Gäste ist der neue moderne Wohnmobil-Stellplatz direkt an der Amper, der sich schon bester Akzeptanz erfreut und bei dem sich ein besonders benutzerfreundliches Bezahlsystem bewährt hat: die faire Dose „Ehrlich campt am schönsten“, in die die Stellplatzbenutzer die Gebühren auf Vertrauensbasis einwerfen.

FFB_4Klimaschutz & Wirtschaft
Das gute Klima, das hier herrscht – in doppeltem Wortsinn – will natürlich erhalten werden. Daher hat sich Fürstenfeldbruck besonders dem Klimaschutz verschrieben. Die Stadt ist Sitz vieler mittelständischer Unternehmen. Aber auch einige Global Player wie Coca Cola, das Kälte- und Klimatechnik-Unternehmen Güntner GmbH & Co.KG oder die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH schätzen den Wirtschaftsstandort in der Münchner Metropolregion und schaffen Arbeitsplätze. Im Gewerbegebiet Hasenheide achtete man auf einen guten Branchenmix. In Anbetracht der begrenzten Fläche wird bei der Ansiedlung von Gewerbe über einen speziellen Kriterien-Katalog gefiltert. Trotzdem – oder gerade deswegen – kommen auch Klein- und Mittelbetriebe nicht zu kurz. Ganz im Gegenteil. In Fürstenfeldbruck finden sich Familien- und Generationenfirmen ebenso wie junge Unternehmen. Inhabergeführte Geschäfte in der Innenstadt sind genauso Teil der Infrastruktur wie bundesweit agierende Einzel- und Großhändler.

All diese Unternehmen und auch die Privathaushalte verbrauchen Energie. Deshalb ist Fürstenfeldbruck aktiv geworden.100 Prozent erneuerbare Energien – das ist das Ziel im Landkreis bis zum Jahr 2030. Die regionalen Akteure der Energiewende – Landkreis und Gemeinden, Gewerbeverband, Kreissparkasse, Stadtwerke, Brucker Land usw. –  haben sich deshalb zum Energiewende-Verein ZIEL 21 e.V. zusammengeschlossen, dem „Zentrum Innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck“. Der Verein berät Haushalte, Kommunen und Gewerbe rund ums Thema erneuerbare Energien und betreibt einschlägige Öffentlichkeitsarbeit (www.ziel21.de). Bereits seit 1996 gehört die Stadt dem internationalen Klimabündnis an und trat 2010 dem Konvent der Bürgermeister bei. Die energiebedingten CO2-Emissionen auf dem Stadtgebiet Fürstenfeldbruck sollen bis 2020 um 35 Prozent im Vergleich zu 2005 vermindert werden.

„Fair“ und „slow“
Aber auch sonst agiert Fürstenfeldbruck wegweisend. Die Stadt darf sich seit Kurzem Fairtrade-Stadt nennen. Wie über 1.300 andere Fairtrade-Städte weltweit verleiht Fürstenfeldbruck dem fairen Handel vor Ort und über die Stadtgrenzen hinaus mehr Bedeutung und setzt damit ein Zeichen für eine gerechtere Welt (www.fairtrade-towns.de). Fairtrade zeichnet sich unter anderem durch die bevorzugte Vermarktung regionaler Produkte aus bzw. durch den Handel mit Lebensmitteln, die nachweislich unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt und verkauft wurden. Für naturschonende Herstellung regionaler Produkte, kurze Wege und die Unterstützung lokaler Lebensmittelproduzenten setzt sich die Solidargemeinschaft Brucker Land ein, die auch Koch- und Backkurse veranstaltet, um den Teilnehmern wieder mehr Bezug zu bewusstem Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln (www.unserland.info). Was „fair“ ist, ist in der Regel auch „slow“. Slow Food versteht sich als Gegenbewegung zum allgegenwärtigen Fast Food und steht für verantwortungsvollen Genuss. Fürstenfeldbruck gehört zum Slow-food Convivium Fünfseenland, das mehr als 120 Mitglieder zählt. Eine besondere Auszeichnung für einen Gastronomiebetrieb ist es, im bundesdeutschen Slow Food Genussführer Erwähnung zu finden. Geschafft hat dies das Klosterstüberl im Klosterareal Fürstenfeld. Was es sonst noch an gastronomischen Highlights in der Stadt gibt, findet sich im Gastroverzeichnis, in dem übrigens auch Lokale gekennzeichnet sind, die fair gehandelte Produkte verarbeiten.

FFB_3Das Brucker Volksfest
Das beliebte Brucker Volksfest findet heuer vom 22. April bis zum 1. Mai statt. In zwei Zelten wird wieder ein zünftiges und hochkarätiges Unterhaltungspro­gramm geboten. Die Highlights: Am Montag gibt sich das „Zither Manä Trio“ die Ehre und bringt Blues, Rock und Volksmusik auf die Bühne. „Donikkl“ präsentiert am Mittwoch fröhliche Mitmach-Hits für die ganze Familie zum familienfreundlichen Sonderpreis. Am Donnerstag lädt die Band „Sequel“ zu irischem Fun Folk ein. Und mit „Dobré“ und „Puerto Nico“ zieht Lokalkolorit auf dem Brucker Volksfest ein: Die beiden Interpreten sind am 29. April zu hören (Eintritt 11,50 €). Den Abschluss bildet am 1. Mai die österreichische Formation „Die Seer“ (29.- €). Tickets für die Veranstaltungen sind unter www.muenchenticket.de erhältlich.

Zum Tanz bitten an den beiden Samstagen zwei Brucker Vereine: Zunächst laden die Faschingsfreunde zum Westernabend ein, Musik gibt es von den „Buffalo Bells“. „Bruck tanzt“ heißt es dann eine Woche später am 30. April mit der Brucker Heimatgilde. Am 24. April hat ab 18.00 Uhr das 1. Brucker Volksfestquiz Premiere. Hier können beliebig viele Teams, bestehend aus bis zu zehn Personen, gegeneinander antreten und Fragen aus Kategorien wie z. B. Geographie, Politik, Boulevard oder Sport beantworten. Die Teilnahme ist kostenlos; Dem besten Team winken als Preis Marken für zehn Mass Bier und zehn halbe Hendl (www.bit.do/volksfestquiz).

Im Zeichen des Bieres
Ein bayerisches Volksfest steht natürlich im Zeichen des Bieres. Das Brucker Fest heuer gleich in zweierlei Hinsicht: Im 500. Jubiläumsjahr des Bayerischen Reinheitsgebots macht die Stadt ein Fass auf. Am Samstag, den 23. April, von 11:00 bis 13:00 Uhr und von 14:30 bis 16:30 Uhr wird Wissensdurstigen eine Stadtführung mit Bierverkostung angeboten. Bier zu brauen war in Bruck, wo über Jahrhunderte Händler, Kaufleute, Handwerker und Landwirte an Markttagen ihre Waren und Dienstleistungen feilboten, seit jeher ein bedeutender Wirtschaftszweig. In der Innenstadt lassen sich anhand von Auslegern und Zunftzeichen noch Standorte von Brauereien, alten Wirtschaften und Bierkellern aufspüren. Bei der Führung erfährt man vieles über die Geschichte der Braukunst allgemein und in Bruck im Besonderen, warum das Reinheitsgebot so wichtig war und wie die beliebten Biergärten entstanden sind. Ziel ist das Brucker Volksfest, auf dem dann eine kühle Mass ausgeschenkt wird. Eine verkürzte Führung gibt es nochmals am 1. Mai von 14:30 bis 16:00 Uhr. (Anmeldung unter tourismus@fuerstenfeldbruck.de).

Eine gut vernetzte Stadt
Ein besonderes Anliegen der Stadtverwaltung ist die Ausweitung des Bürgerdialogs, vor allem unter Einbeziehung der neuen Medien. Auf der Website Brucker Stadtgespräche (www.stadtgespraeche-ffb.de) können sich alle Bürger einloggen und zu aktuellen Themen wie zur Neugestaltung des Viehmarktplatzes, der Barrierefreiheit in der Stadt oder der Wiedernutzbarmachung von ehemals militärisch genutzten Flächen in den Dialog treten. „Fürstenfeldbruck 2GO!“ heißt die neue App für die Stadt, die über aktuelle Top-Angebote, die besten Events und vieles mehr informiert und mit der sich Routen planen lassen. Sie ist erhältlich für iPhone, iPads, Android-Smartphones und –Tablets und lässt sich kostenlos herunterladen im App Store oder bei Google Play mit dem Suchbegriff „Fürstenfeldbruck 2GO!“. Seit diesem Frühjahr bietet der Fürstenfeldbrucker Gewerbeverband etwas an, was in großen Städten rund um den Globus bereits Standard ist: Hotspots mit drahtlosen WLAN-Anschlüssen, die kostenlosen Zugang zum Internet ermöglichen. Zunächst werden sie an der Hauptstraße und am Geschwister-Scholl-Platz zur Verfügung stehen. Brucker sowie Besucher können sich nun mit Smartphone oder Laptop in ein Café oder auf eine Bank setzen, sich über Angebote in der Kreisstadt informieren oder einfach im World Wide Web surfen. Denkbar wäre eine künftige Erweiterung beispielsweise auf die Amperoase, den Volksfestplatz oder den Fliegerhorst.

Auf dem Laufenden bleiben die Fürstenfeldbruck aber auch mit dem RathausReport. Einmal im Monat erscheint das Informationsblatt mit aktuellen Nachrichten in einer Auflage von 16.000 Stück, der an alle Haushalte verteilt wird, aber auch online gelesen werden kann. Zum örtlichen Gewerbeverband gehört die Stadtmarketing-Gruppe, ein Zusammenschluss von über 100 Gewerbetreibenden und Selbstständigen aus Fürstenfeldbruck. Der Aktionskreis bildet ein branchenübergreifendes Netzwerk, von dem die Mitglieder und Kunden gleichermaßen profitieren.
Unter dem Motto „FFB ist besser“ wird versucht,
durch gezielte Aktionen Fürstenfeldbruck zu stärken, die Kaufkraft an die Stadt zu binden und – was besonders wichtig ist – alle Selbständigen und Gewerbetreibenden der Stadt zu einer starken Mannschaft zu vereinen (www.ffbistbesser-portal.de).

Das Veranstaltungsforum
Schon vor Jahrhunderten bildete das Zisterzienserkloster Fürstenfeld den geistigen und geistlichen Mittelpunkt der Region. Durch die Betriebsaufnahme des Veranstaltungsforums Fürstenfeld auf dem Areal des ehemaligen Klosterökonomietraktes vor 15 Jahren wurde diese Tradition neu belebt. Das vielfältige Angebot aus Pop, Jazz, Klassik, Theater, Kabarett, Märkten, Ausstellungen und Freizeitangeboten lockt jährlich über 300.000 Gäste. Die sorgfältig restaurierten Gebäude und der zeitgemäße Stadtsaalneubau verbinden Tradition und Moderne auf harmonische Weise (www.fuerstenfeld.de). Im Klosterareal sind zudem das Museum Fürstenfeldbruck, das Kunsthaus, die Kulturwerkstatt Haus 10 und die Neue Bühne Bruck beheimatet.

FFB in Bewegung
Unter der Rubrik Bürgerservice zeigt die Stadt auf ihrer Website einen kurzenImage-Film, den zwei Medientechnik-Studenten aus Fürstenfeldbruck über ihre Heimatstadt gedreht haben. Über den hier abgedruckten QR-Code steht der Film direkt zum Download bereit. Mit ihm erhalten Gäste und Neubürger einen ersten Eindruck der Stadt. Neubürger auf Zeit sind die Flüchtlinge, die  momentan auf dem Gelände des Fliegerhorsts in der Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung von Oberbayern untergebracht sind. Bis 2019 wird im Rahmen der Bundeswehrreform die militärische Nutzung auf dem rund 300 Hektar großen Areal – davon etwa 200 Hektar auf Fürstenfeldbrucker Flur – etappenweise aufgegeben. Das damit frei werdende Gelände im Osten gilt als Vorzugsstandort für die Entwicklung eines nachhaltigen, innovativen und beispielgebenden Stadtquartiers, das teilweise als Mischgebiet ausgewiesen werden soll. Hier ist auch ein Erinnerungsort an das Olympia-Attentat im Jahr 1972 im Gespräch, da der Fliegerhorst seinerzeit der Schauplatz des missglückten Befreiungsversuchs der Geiseln war.

Insgesamt hat Fürstenfeldbruck das Potential, weiterhin und in zunehmendem Maße zum bevorzugten Wohn- und Lebensraum für junge und ältere Menschen zu werden. Investiert wird kräftig in den Wohnungsbau sowie vonseiten der Stadt in Kindertagesstätten und das nötige Personal, um das Leben in und um Fürstenfeldbruck auch in der Zukunft l(i)ebenswert zu machen.

Informationen          www.fürstenfeldbruck.de

Text: Hannelore Eberhardt-Arntzen
Fotos: Stadt Fürstenfeldbruck

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