SchlossMagazin

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Königsbrunn

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Königsbrunn

Es muss seinen Grund haben, wenn eine Stadt innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums mehr und mehr Bewohner anzieht, die „ihrer“ Stadt auf Dauer treu sind. Eine „lange Liebe“ braucht eine stabile Basis und die bietet Königsbrunn in vielerlei Hinsicht.

Text: Hannelore Eberhardt-Arntzen

Fährt man die Haunstetter Straße von Augsburg aus nach Süden, ist man – ehe man sich’s versieht – schon in Königsbrunn angekommen. Nur ein Ortschild trennt die beiden Städte voneinander. Sie sind im Lauf der Jahre quasi aufeinander zu gewachsen. und Königsbrunn tat das in rasantem Tempo. Die „Stadt auf dem Lechfeld“ ist erst seit 1967 eigenständig und zählt daher zu den jüngsten Städten Bayerns. Doch die Spuren der Gemeinde reichen zurück bis in die Stein- und Bronzezeit. Nach dem zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Einwohnerzahl von bis dato rund 3.000 wegen der Ansiedlung von Vertriebenen sprunghaft. Der dadurch notwendige Bau von Wohnungen und die Ansiedelung von Gewerbebetrieben, die Einweihung von Schulen und Sportstätten legten das Fundament für die spätere Erhebung zur Stadt. 1967 war die Gemeinde bereits auf rund 11.000 Bürger angewachsen. Heute zählt Königsbrunn rund 29.000 Einwohner mit ca. 100 verschiedenen Nationalitäten und ist die größte Stadt im Landkreis Augsburg. Warum aber ist Königsbrunn so beliebt?

ankunftWenn man von „langer“ Liebe spricht, dann kann man das zum einen räumlich verstehen. Denn Königsbrunn war und ist ein Straßenort (das „längste Straßendorf Bayerns“). Auf rund 7,5 km Länge zieht sich die alte B 17 durch die Stadt; die Bebauung orientierte sich ursprünglich zu beiden Seiten entlang dieser Straße. Später erweiterte man sukzessive etwas mehr in die Breite und – ganz maßgeblich für den neuen Charme und das Herz der Stadt – baute man die ursprünglich vierspurige Bundesstraße, die die Stadt durchschnitt, in weiten Bereichen zurück. Möglich machte dies die Inbetriebnahme der neuen autobahnähnlichen B 17 auf der Hochterrasse westlich von Königsbrunn im Jahr 1980, die die Innenstadt entlastete. Heute beruhigen und verschönern im Zentrum bepflanzte Kreisverkehre die Stadt. Kunstobjekte ziehen die Blicke auf sich, kleine Plätze und breite Gehwege laden zum Verweilen und Flanieren ein. Mitten im Ort hat letztes Jahr eine Chocolaterie ihr neues Geschäftshaus errichtet, das ein Hingucker der speziellen Art ist: Die farbenprächtige geschwungene Fassade sieht aus wie ein Gemeinschaftsprojekt von Hundertwasser und Gaudí. Eine riesige goldene Krone auf einem Türmchen stellt die Reminiszenz an den Ortsnamen Königsbrunn dar. Realisieren ließ sich dieser unkonventionelle Bau dank eines mutigen Bauherrn und eines ebenso mutigen Stadtrats. Doch das dürfte nicht die letzte Bauaktivität in der Innenstadt gewesen sein. Im Bereich vor dem jüngst generalsanierten Rathaus ist ein neues Zentrum in Planung. Auf den jetzigen Grünflächen wird bald schon eine Mischbebauung aus Läden, Praxen und Wohnungen entstehen. Durch diese städtebauliche Maßnahme soll die bisher in Nord-Süd-Richtung verlaufende Stadtachse unterbrochen werden.

Synonym für Familienfreundlichkeit

königsbrunn mitteIn der Einkaufsstadt Königsbrunn gibt es alles für den täglichen Bedarf von Familien. Egal ob Bildung, Betreuung oder Freizeit – hier wird Familienfreundlichkeit groß geschrieben. 42 Kinderspielplätze, verteilt über den gesamten Stadtbereich, bieten Betätigungsmöglichkeiten für alle Altersklassen. Sämtliche Schularten bis zum Gymnasium sind direkt im Ort gelegen. In der Nachbarstadt Augsburg stehen weiterführende Bildungseinrichtungen bis hin zur universität zur Verfügung. Auch das Angebot an Arbeitsplätzen beeindruckt. Die breit gefächerte Gewerbestruktur von Königsbrunn ist mittelständisch und solide, teils sogar weltweit agierend. In der Stadt sind um die 165 Vereine aktiv, sei es auf kulturellem wie auf sportlichem Gebiet: von A wie American Football bis Z wie Zeitbörse. Die Vielzahl der Vereine lässt Rückschlüsse auf das starke Gemeinschaftsgefühl der Königsbrunner zu. Aber auch das Angebot des Kulturbüros, der Stadtbücherei, der Musikschule, Kreisvolkshochschule und der verschiedenen Museen wird das ganze Jahr über vielen Interessen gerecht.

Top in Sachen Freizeitgestaltung

In und um Königsbrunn kann ein reichhaltiges Sport- und Freizeitprogramm genossen werden. Die Stadt liegt an der „Königsbrunner Heide“, einem der schönsten Naturschutzgebiete Schwabens, in dem allerlei Kräuter, Orchideen und Alpenpflanzen gedeihen. Dort werden seit 2007 ongolische Wildpferde und Rothirsche zur Landschaftspflege eingesetzt. Bade- und Tauchfreunde können sich im grundwassergespeisten Ilsesee austoben, während Segler und Surfer ihr Refugium auf dem Mandicho-königsbrunn seeLechstausee finden. Das großzügige Erlebnisbad und Vitalzentrum Königstherme ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. In der kalten Jahreszeit öffnet gleich daneben die Hydro-Tech Eisarena für Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler ihre Pforten. Ein gut ausgebautes Wander- und Radwegenetz ist selbstverständlich. Für diverse Ballsportarten stehen etliche Sportgelände und -arenen zur Verfügung. Golfer können gleich auf zwei Plätzen einlochen. und wer möchte, kann Königsbrunn beim Ballonfahren oder Drachenfliegen aus der Vogelperspektive betrachten. Daneben ist die Stadt freizeitstrategisch auch in größerem Rahmen optimal gelegen. Dank ihrer zentralen Position im Verkehrskreuz Augsburg – Landsberg – München – Bad Wörishofen mit gut ausgebauten Bundesstraßen und Autobahnen und dem großzügigen Angebot an Hotels, Pensionen und Gaststätten empfiehlt sie sich als Ausgangspunkt für viele Tagestouren, sei es in die Landeshauptstad zu den Königsschlössern oder sogar zum Bodensee. Königsbrunn darf sich rühmen, dass „nicht alles an einem Ort, aber alles innerhalb von einer guten Autostunde erreichbar ist“ – und das sind auch ideale Voraussetzungen, wenn es um geschäftliche Belange geht.

Kulturelle Kleinode

An die vielschichtige Vergangenheit des Ortes erinnern zahlreiche Museen und Sehenswürdigkeiten. Das Lechfeldmuseum, welches den bäuerlichen Alltag der Gründungssiedler dokumentiert, zeigt den technischen Fortschritt und die damit verbundene Verbesserung der Lebensqualität im Laufe der häuslichen Geschichte. Zu den Attraktionen des archäologischen Museums, das Funde aus der Vor- und Frühgeschichte präsentiert, zählt unter anderem ein sog. Hockergrab mit einem komplett erhaltenen Skelett. Das bis heute einzige Steinkistengrab in Süddeutschland aus der frühen Bronzezeit ist im Städtischen Friedhof zu besichtigen. 1998 erkannte man, dass die ebenfalls dort gefundenen Tuffsteinfundamente ein sog. Mithraeum darstellten, eine Stätte des römischen Mithras-Kults aus vorchristlicher Zeit, die nach der Freilegung mit einem musealen Schutzbau überbaut wurde. Relativ neu ist der größte begehbare Globus der Welt, das Mercateum in der Nähe der Königstherme. Auf dessen Hülle ist die stark vergrößerte, auf die Kugelgestalt umgerechnete Weltkarte von Diego Ribero aus dem Jahr 1529 zu sehen. Das Mercateum erinnert als Baudenkmal an die 500jährigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Indien und der Region Augsburg. Es steht dort, wo auf der „Straße nach Italien“ von Venedig und Genua Güter aus aller Welt in das Herz Europas gelangten. Auf fünf versetzten Plattformen sind der Beginn und die Blütezeit des 2000jährigen Indienhandels zu sehen.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Bayerisch-Schwaben 5-2014

Bildquelle : STADT KöNIGSBRUNN; H. EBERHARDT-ARNTZEN;
EAP ARCHITEKTEN; HOME.ARCOR; GERHARD HOLZMANN

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