SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Stehpaddeln: SUPen ist SUPER!

Sich wie ein Gondoliere in Venedig fühlen oder wie ein Fischer an den palmengesäumten Gestaden der Südsee – dieser Traum lässt sich mit etwas Fantasie jetzt auch in den heimischen Gefilden ausleben. Auf unseren Binnenseen oder Flüssen. Dank einer neuen Sportart, die sich Stand-Up-Paddling nennt.


SUP1Der Traum vom Übers-Wasser-Gehen kann zwar noch nicht wahr werden, aber in aufrechter Haltung bequem auf dem Wasser zu gleiten oder flott zu cruisen ist ohne weiteres möglich. Vereinfacht ausgedrückt steht man beim sogenannten Stand-Up-Paddling (SUP) hüftbreit auf einer Art großvolumigem Surfbrett und bewegt sich mit einem Stechpaddel vorwärts. Dabei wird die Seite, auf der das Paddel im Wasser nach hinten und über dem Wasser nach vorn gezogen wird, regelmäßig gewechselt. Das funktioniert problemlos auch auf stehenden Gewässern; es braucht keinen Wind und keine Wellen. Das klassische Windsurfing zu beherrschen ist auch nicht nötig. Jeder kann die Sportart in kurzer Zeit erlernen, vom Kind bis zum Senior. Man muss nur schwimmen können, über eine halbwegs sportliche Grundverfassung und über einen durchschnittlichen Gleichgewichtssinn verfügen. Dann ist Hawaii-Feeling garantiert.

Stand-Up-Paddling bringt Spaß für jedermann

SUP2Beim SUPen kommt jeder auf seine Kosten, denn man kann es als körperlich anspruchsvolles Crossover-Training genauso wie als entspannten Freizeitsport auf Seen oder Flüssen betreiben – inklusive ausgiebigem Genießen der umgebenden Natur. SUP muss nicht anstrengender als Fahrradfahren oder Wandern sein. Der erzielte Fitnesseffekt für den Körper ist aber sehr groß, inklusive Muskelkater nach dem ersten Training. Und man kann den Sport alleine oder auch mit Familie oder Freunden ausüben, was noch mehr Spaß macht.

Ursprünglich eine praktische Erfindung der Polynesier

Absolut neu ist die Idee, auf einem Brett übers Wasser zu gleiten, allerdings nicht. Die Sportart geht ursprünglich auf polynesische Fischer zurück, die sich in ihren flachen Kanus stehend auf dem Meer fortbewegten. Heute noch sind in Asien Einmann-Bambusflöße im Einsatz, bei denen neben Stangen auch Paddel eingesetzt werden. Als neue Wassersportdisziplin wird Stehpaddeln wettkampfmäßig vorwiegend auf Hawaii, an der US-Pazifikküste, in Australien oder in Japan betrieben. In Europa hat das SUPen die Binnengewässer erreicht und auch hier werden Wettbewerbe ausgetragen, z. B. der SUP World CUP in Hamburg oder die NP German SUP Trophy, die heuer unter anderem auch am Ammersee und am Starnberger See stattfinden wird.

Die Ausrüstung

SUP3Das Brett, auf dem man steht, ähnelt auf den ersten Blick einem Surfbrett bzw. einem Longboard, das man zum Wellenreiten benutzt. Aber es ist heute in der Regel eine Spezialanfertigung, das die besonderen Anforderungen des SUP berücksichtigt. Die auf dem Markt befindlichen Boards sind zwischen 1,80 m und über 4 Meter lang und bestehen aus Kunststoff, wobei sich das Volumen der Bretter zwischen 100 und 250 Liter bewegt. Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, werden die Oberflächen aufgeraut oder gummiert. Auch die Paddel sind etwas länger als gewöhnlich und in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Die günstigeren haben einen Aluschaft und ein einfaches Kunststoffblatt. Leistungsfähigere Paddel werden meist aus Glasfaser und mit Kohlenstofffaser verstärktem Kunststoff gefertigt. Die Paddel müssen in der Länge unbedingt an den Benutzer angepasst sein und dürfen nicht untergehen. Die Ausrüstung für das SUPen kommt nicht teurer als für manch andere Sportart und der Aufwand hält sich im Rahmen. Eine spezielle Schulung ist allerdings empfehlenswert, da man sich im Allgemeinen auf öffentlichen Gewässern bewegt und neben der richtigen Technik auch ein paar Regeln beachtet werden sollten. Natur- und Wasserfreunde sind sich jedenfalls einig: SUPen ist SUPER!

SUP in A!

SUP4Wettkampfmäßiges Stand-Up-Paddling ist auch in Augsburg angekommen! Zwei Schwabenkanuten, Bea Bolg und Normen Weber, siegten bei der ersten nationalen Championship 2013 im SUP auf der BOOT in Düsseldorf.

Die Erstplatzierte bei den Damen, Bea Bolg, berichtete von vielen Profi-Startern, einer entsprechend starken Konkurrenz und einer Bombenstimmung. Bei den Herren fielen zum Teil sehr knappe Entscheidungen, die per Videobeweis untermauert werden mussten. Der Gewinner Normen Weber ist der amtierende Europameister im Canadier Einer Wildwasser-Abfahrt. Doch wie kam er zum SUP? Ein Geschäftspartner und Freund hatte ihn vor zwei Jahren animiert, den Sport auszuprobieren, bei dem er auch bald – wen wundert’s – im Wettkampf erfolgreich war. Ihn fasziniert am SUPen das ständige Balancieren auf dem Brett, das den Einsatz aller Muskeln erfordert. Den daraus resultierenden, unglaublichen Fitnesseffekt nutzt Normen Weber für sein Training. Und er schätzt die Abwechslung zum relativ stupiden Ausdauerfahren im Wildwasser Canadier Einer.

Stetige Verbesserung durch harten Konkurrenzkampf

Im SUP gibt es zwei Kategorien, Sprint (500 m bis 1000 m) und Classic (3 km bis 10 km). Dass man sich jeweils in Massenstarts durchsetzen muss, gibt dem Ganzen einen besonderen Charakter. „Im Sprint gibt es 4er oder 8er Heats und auf der Langstrecke gehen alle gleichzeitig an den Start. Welle fahren und taktische Manöver sind extrem wichtige Bestandteile für ein erfolgreiches Abschneiden“, weiß Weber. „Da der Sport noch sehr jung ist, kann ich sehr gut erkennen, wie die Sportler sich von Wettkampf zu Wettkampf verbessern. Beim SUP habe ich Konkurrenz, mit der ich mich auf Augenhöhe messen muss.“

Wissenswertes:

NP German SUP Trophy www.sup-special.de
Samstag 04.05.2013
1. Lauf des SUP Steinlechner-Cup 2013
Strandbad Utting, Ammersee
Veranstalter: Steinlechner Bootswerft GmbH
www.steinlechner-bootswerft.de
Die nächsten Veranstaltungen in Bayern
Tegernsee, 10. und 11.08.2013
Starnberger See, 21.09.2013
Chiemsee, 05.10.2013

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