SchlossMagazin

Magazin für gehobenen Lebensstil in Bayerisch-Schwaben und im Fünfseenland. Exklusive, informative und spannende Unterhaltung für Leser mit Anspruch.

Tee-Kultur

Tee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt. Schon 332 v. Chr. wurde das vielfältige und gesunde Aufgussgetränk erstmals in China erwähnt. Heute ist es aus dem Alltag der unterschiedlichsten Kulturen nicht mehr wegzudenken. Bei den Briten gilt die Teestunde am Nachmittag sogar als Tradition.

Der chinesischen Legende nach verdanken wir das Brühgetränk dem Kaiser Shen Nung, der in seiner Angst vor Krankheiten stets sein Trinkwasser abkochen ließ. Dabei unterlief ihm ein Missgeschick und es fielen drei Blätter des Teestrauchs in seinen Wasserkessel. Von der goldbraunen Farbe angetan probierte er von dem Trank und war von dem erfrischenden und belebenden Geschmack mehr als begeistert. In Indien, dem weltweit größten Produzenten von Tee, ist die Meinung verbreitet, dass ein indischer Missionar auf Pilgerfahrt in China die belebende Wirkung am eigenen Leib erfahren hat. Nach Europa kam der Tee Anfang des 17. Jahrhunderts. Tee ist bei uns äußerst beliebt: Insgesamt konsumierten die deutschen Verbraucher 2012 knapp 19.000 Tonnen Tee, davon rund drei Viertel Schwarztee und ein Viertel Grüntee. Das entspricht ca. 27 Litern pro Person jährlich. Fast die Hälfte aller Teetrinker ist unter 50 Jahre alt – immer mehr junge Genießer entdecken die wohltuenden Qualitäten des Tees für sich. In Deutschland gibt es allerdings eine Region, in der der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Tee bei 300 Litern liegt (und damit die Teetrinkernationen Kuwait und Irland noch übersteigt): Ostfriesland. Hier hat die „Teetied“ seit mehr als 300 Jahren Tradition.

Die Teepflanze

Als „Mutter“ aller Tee-Sorten gilt die Thea Camellia sinensis. Dabei handelt es sich um ein Baumgewächs, das zur Familie der Kamelien gehört und über 100 Jahre alt werden kann. Für den Geschmack müssen neben der Teepflanze selbst aber noch weitere Faktoren berücksichtigt werden wie z. B. das Anbaugebiet oder die Bodenbeschaffenheit. Der Verarbeitungsprozess entscheidet darüber, welche Teesorte entsteht. So findet im Gegensatz zum schwarzen Tee bei Grünem Tee keine Oxidation statt.

Tee trinken gleicht fast immer einem Ritual: Durch die Zubereitung wird eine Erholungspause eingeleitet, seine Aromen sorgen für Ausgeglichenheit. Auch Tee enthält anregendes Koffein, allerdings in gebundener Form. Es löst sich beim Aufgießen zuerst; nach einigen Minuten entfalten sich zusätzlich die beruhigenden Gerbstoffe. Durch diese Verbindung entfaltet das Koffein im Tee seine belebende Wirkung langsamer als im Kaffee. Lässt man den Tee also nur drei Minuten ziehen, hält er länger munter. Zieht er fünf Minuten oder länger, überwiegt der beruhigende Effekt. Als Tee im eigentlichen Sinne bezeichnet man nur die Sorten, die von der Teepflanze Camellia sinensis stammen, also grünen, schwarzen und weißen Tee. Bei schwarzem Tee reicht die Bandbreite von kräftigwürzigem indischem Assam- oder afrikanischem Kenia-Tee bis hin zu frisch-herbem Ceylon-Tee aus Sri Lanka oder edlem, facettenreichem Darjeeling von den steilen Berghängen Nordindiens. „First flush“ nennt man den fein-blumigen Darjeeling der ersten Pflückung (März bis April); der Darjeeling der zweiten Pflückung (Mai bis Juni) wird „Second flush“ genannt und ist würzig-aromatisch. Beide Sorten sind pur bei Kennern sehr beliebt. Der Handel bietet jedoch überwiegend Teemischungen an, darunter der beliebte Ostfriesentee (besteht zu 50 % aus Assam-Tee) oder die blumige Schwarzteemischung „English Breakfast Tea“. In den letzten Jahren hat „Chai“ viele Fans in Deutschland gewonnen. Hierfür werden kräftige Schwarztees mit Gewürzen wie Ingwer, Kardamom, Nelken oder Zimt gemischt und traditionell mit aufgeschäumter Milch genossen. Grüne Tees werden im Gegensatz zu schwarzem Tee nicht fermentiert. Hier sind die wichtigsten Vertreter der japanische Sencha (mit Heuaroma), chinesischer Chun Mee (herb) und Gun Powder (leichtblumig). Seinen Namen erhielt der Gun Powder aufgrund seiner Blattform nach der Verarbeitung: Dabei entstehen nämlich Kügelchen, die wie Schießpulver aussehen und sich erst beim Aufbrühen entfalten. Oolong-Tees aus Taiwan oder China werden halb-fermentiert, d. h. die Blätter werden nur am Rand fermentiert und nicht aufgebrochen. Je nach Qualität schmeckt Oolong daher malzig bis fruchtig.

Lesen Sie weiter in unserer Printausgabe 06-2014

Bildquelle:Deutscher Teeverband e.V./akz-o
Quelle: Deutscher Teeverband, livingpress.de

Zurück