SchlossMagazin

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Trainer Uli Ernst in Äthiopien: Bildung bewirkt vieles

Mitteleuropa wird von einer Flüchtlingswelle überrollt. Darunter sind auch Menschen aus Äthiopien, dem sechstärmsten Land der Welt. Der Grund: Arbeitslosigkeit, Ausweglosigkeit, null Perspektive. Hier, an der Basis, greift Uli Ernst aus Utting im Auftrag der Andreas Hermes Akademie aus Bonn mit an. Durch aktive Hilfe zur Selbsthilfe.

Foto Uli mit Schulkindern 2014 DezAngesichts der weltweiten Flüchtlingsproblematik vielleicht ein Tropfen auf den heißen Stein, aber doch ein wichtiger Ansatz im Kleinen, eine Initiative, die dazu beitragen kann, die Zahl der Armutsflüchtlinge aus Entwicklungsländern wie Äthiopien zukünftig einzudämmen. Mit Hilfe von Unternehmertrainings für Landwirte soll den Äthiopiern geholfen werden, sich eine Existenz im eigenen Land aufzubauen, basierend auf den sozialen und agrarökonomischen Voraussetzungen, die das Land mitbringt.

Uli Ernst aus Utting gilt als „das Gesicht“ landwirtschaftlicher Unternehmertrainer in Deutschland. Seit 1999 ist er in diesem Seminarbereich tätig, als Trainer und als einer der andere Trainer ausbildet – nicht nur in Deutschland, sondern international und hier speziell auch in der Entwicklungspartnerschaft mit Äthiopien. In Kooperation mit der GIZ, dem ausführenden Organ des Bundesministeriums für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, bildet seine Akademie, die AHA, in Ländern Asiens und Afrikas vor Ort heimische Trainer aus, welche anschließend die Bauern des Landes professionell auf Ihrem persönlichen und betrieblichen Entwicklungsweg begleiten. Insgesamt haben in Afrika bereits über 5.000 Bäuerinnen und Bauern von diesem Training profitiert. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht der Mensch mit seinen individuellen Stärken und Fähigkeiten in seiner persönlichen Situation.

IMG_6805Die wahrscheinlich größte Herausforderung des Landes ist die so genannte landlose und arbeitslose Jugend. 80 Prozent der Menschen im bevölkerungsreichen Äthiopien bestreiten ihre Existenz als Kleinbauern. Eine Familie hat in der Regel fünf Kinder. Oft erbt der älteste Sohn den Betrieb. Meist kann eine Tochter einen Bauern aus dem Ort heiraten. Durchschnittlich bleiben drei Kinder übrig, in jeder Familie, in jedem Ort. Dieser Jugend eine positive Perspektive zu bieten, ist eine Herkulesaufgabe. In einer kleinen Schlüsselgruppe dieser großen Bevölkerungsschicht wirkt nun das über Spenden finanzierte Partnerschaftsprojekt der AHA! Mit Hilfe des sehr erfahrenen, in Äthiopien verheirateten deutschen Entwicklungshelfers Jürgen Greiling werden arbeitslose und landlose Agrarstudentinnen in ihrer Selbständigkeit als Imkerinnen begleitet. Drei Gründe sprechen für das „Bienen Ladies“-Projekt im Honigland Äthiopien: Bei der Imkerei ist kaum eigenes Land nötig, weil das Land anderer zum Nutzen aller Beteiligten von den Bienen mitbewirtschaftet wird. Bienen sind im Sinne der Biodiversität für Land und Leute von großer Bedeutung. Und Frauen haben in vielen afrikanischen Regionen eine herausragende Bedeutung. Spöttisch wird behauptet, „der Partner des afrikanischen Bauern ist ein Mann“ – weil der „fleißige Bauer“ meist die Frau ist! Mit den jungen Agrarstudentinnen wird genau diese Schlüsselfraktion gefördert, welche ihr Wissen über Bienen dann in Trainings auch den vielen ungelernten Imkern in der Region weitergeben.

Bildung heißt der bessere Weg für viele Herausforderungen, die die Armutsproblematik stellt. Nicht um sonst lautet der Wahlspruch Uli Ernst’s „Es gibt nicht einen Weg für alle, aber für alle einen Weg“ – den gilt es zu finden. (hea)

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